Die Grünen im Kreis Calw

Mit Klima- und Umweltschutz die Zukunft gestalten

 

 

Worum geht´s?

Die Biologische Vielfalt an Tieren, Pflanzen und Lebensräumen ist unsere natürliche Le-bensgrundlage. Sie versorgt uns mit sauberer Luft, fördert die Fruchtbarkeit unserer Böden, liefert die Grundlagen unserer Ernährung und reguliert auf natürliche Weise unseren Was-serhaushalt und unser Klima.

 

Der Schutz der Biologischen Vielfalt ist nicht nur eine Aufgabe in den tropischen Regenwäldern, sondern genauso bei uns. Wir verfolgen dabei einen um-fassenden Ansatz: Der Schutz muss flächendeckend erfolgen – in den Schutzgebieten und auf der genutzten Fläche. Und: Der Schutz der Natur um ihrer selbst willen ist nach langen Diskussionen breiter Konsens in der Gesellschaft geworden.

Daher betrifft der Schutz der Biologischen Vielfalt nahezu alle Lebens- und Politikbereiche, von der Land-, Forst- und Wasserwirtschaft über Tourismus, Verkehr- und Stadtplanung und Wirtschaft bis hin zu ethisch-religiösen Aspekten.

Wussten Sie dass ...

  • Weniger als ein Promille des Landeshaushaltes steht für das Staatsziel Naturschutz zur Verfügung (ca. 30 Mio. Euro).
  • Naturschutzverwaltung des Landes mit nur ca. 300 MitarbeiterInnen finanziell und personell unzureichend ausgestattet, trotz wachsender Aufgaben (u.a. Natura 2000, Artenschutz, Biosphärengebiet) wurde der Naturschutz im Zug der Verwaltungsreformen der vergangenen Jahre eher geschwächt als gestärkt.
  • Synergieeffekte zwischen Naturschutz und Klimaschutz werden zu wenig genutzt, z.B. fehlt bisher ein landesweites Moorschutzprogramm (Renaturierung von Mooren leistet wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zum Erhalt der biologischen Vielfalt)
  • Agrarförderung dient  zu stark der Ausrichtung der immer weniger und immer größeren Betriebe (Investitionsförderung); Intensivierung des Landwirtschaft und Pestizid- und Stickstoffdüngereinsatz führen zum Rückgang zahlreicher Arten wie z.B. Kiebitz und Feldlerche
  • Das Grünland geht weiter generell zurück (seit 1979 ca. 100.000 ha).  
  • Lebensräume, bei denen BW internationale Verantwortung trägt wie Wacholderheiden und Streuobstwiesen, gingen seit ca. 1950 um 70% und mehr zurück. Streuobstwiesen stehen weder unter Schutz noch ist der Begriff „Streuobst“ bei der Produktvermarktung geschützt.
  • Es fehlen große Flächen für natürliche Dynamik (Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt fordert  natürliche Waldentwicklung auf 10% der öffentlichen Waldfläche). Baden-Württemberg ist neben Rheinland-Pfalz letztes Flächenbundesland ohne Nationalpark und gehört damit im bundesweiten und internationalen Vergleich zu den Schlusslichtern.
  • An Rhein + Donau mit Seitenzuflüssen sind nur noch 10% - 20% der Auen und Auwälder vorhanden. Weniger als 10% der Auen sind ökologisch funktionsfähig.
  • Die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie soll entgegen den Anforderungen nicht 2015 sondern erst 2027 erfolgen (und selbst dann  nicht komplett).
  • Der Flächenverbrauch lag 2009 trotz bereits zum 2. Mal in Folge zurückgehender Bevölkerung immer noch bei 7,0 ha/ Tag, also  bei über 2.500 ha/Jahr.

Dafür setzen wir uns ein:

  • Personal und Finanzen umschichten: weg von Bereichen mit negativen Umweltfolgen (Straßenbau, Flurneuordnung…) hin zu Aufgaben des Naturschutzes
  • Agrarfördermittel massiv umschichten: zu Gunsten von Ökolandbau und naturverträg-liche Landnutzung wie extensive Grünlandnutzung und Streuobstbau sowie Marketing für hieraus entstehende „Natur¬schutzprodukte“.
  • Pestizidreduktionsprogramm einführen und umsetzen: dazu auch Bundesratsinitiative für Besteuerung synthetischer Behandlungsmittel (Pestizide, Düngemittel)
  • Schutzgebietsnetz Natura 2000 „mit Leben füllen“: mehr Tempo bei Erstellung und Umsetzung der Management¬pläne; Umsetzung durch landesweite Einführung von Landschaftspflegeverbänden fördern; Verbundene Biotope auf mind. 10% der Landesfläche sichern
  • Wildnis zulassen: Nationalpark einrichten sowie insgesamt 5% der Wälder mit unge-störter Waldentwicklung
  • EU-Wasserrahmenrichtlinie schneller umsetzen: Verknüpfung von Hochwasserschutz und Auenrenaturierung mit mehr Überschwem¬mungsflächen statt technischem Hochwasserschutz
  • Zerschneidung stoppen: keine neuen Straßen durch unzerschnittene Räume, jährlich mind. drei großen Querungshilfen an Autobahnen oder Bundesstraßen umsetzen, Stopp der Landesförderung von Feld- und Waldwegebau
  • Flächenverbrauch reduzieren: Flächenzertifikate, verbindliche Zielsetzungen Richtung Nettonull-Flächenverbrauch inkl. Vorgaben zur Entsiegelung bei Maßnahmen, die Ver-siegelung nach sich ziehen
  • Ausgleich von Eingriffen in die Tat umsetzen: Ökokonto-Verordnung umgehend er-lassen mit verbindlichen Vorgaben für landes¬weite Erfassung und Kontrolle der – tatsächlich dauerhaft wirkenden – Ausgleichsmaßnahmen
  • Naturschutzbildung und -forschung stärken