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Die Grünen im Kreis Calw

Bericht über das Frauenhaus in Calw

Zufluchtsort für Frauen und Kinder - Frauenhaus kann mit Mitteln aus Bundesprogramm „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ saniert werden

 

Bei der Grünen-Polit-Party im September löste das von Margit Kömpf gezeichnete Bild der Lage im Calwer Frauenhaus unter Corona-Bedingungen große Betroffenheit bei den Besuchern aus.

Das 1992 als Zufluchtsort für Frauen und Kinder aus der Region gegründete Frauenhaus, ist in die Jahre gekommen. Darüber hinaus kommt die Einrichtung des Trägervereins „Frauen helfen Frauen e.V.“ mit maximal 20 Plätzen ständig an die Grenzen ihrer Kapazität. Mit der Zusage von 2,612 Millionen Euro für den Erwerb, die Sanierung und den Umbau des Gebäudes, ist der Erhalt gesichert und können nun die Weichen für die Zukunft gestellt werden.

 

Die Vereinsvorsitzenden Margit Kömpf und Ulrike Berkholz, denen die Nachricht überbracht wurde, streiten gemeinsam mit ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen seit Jahren für eine bessere finanzielle Ausstattung des Calwer Frauenhauses. Viel Unterstützung erhielten sie aus dem Sozialministerium Baden-Württemberg und von Sozialminister Manne Lucha (Bündnis 90/Die Grünen), der sich bei einem Besuch des Frauenhauses 2019 selbst ein Bild von der Situation von Ort machen konnte. Der Calwer Kreistag und Kreisverwaltung wissen ebenfalls um die wichtige Arbeit des Trägervereins und die Bedeutung des Frauenhauses. So befürwortete das Sozialdezernat den Antrag auf Fördermittel des Bundes vorbehaltlos und machte so den Weg frei, um in den Genuss von Mitteln aus dem mit insgesamt 120 Millionen ausgestatteten Bundesprogramm für den Aus-, Um- und Neubau, die Sanierung und den Erwerb von Hilfseinrichtungen zu kommen.

 

Zuletzt hatte Margit Kömpf im September bei der Polit-Party des Calwer Kreisverbandes von Bündnis 90/Die Grünen in Wildberg auf die Lage im Frauenhaus aufmerksam gemacht und dabei auch auf die aktuellen Herausforderungen durch Covid-19 hingewiesen. Bereits im ersten Lockdown hatte sich die Situation für von häuslicher Gewalt bedrohte Frauen verschlechtert. „Im Lockdown haben die Frauen weniger Chancen rauszukommen, wenn die Männer im Homeoffice oder in Kurzarbeit und dadurch vermehrt zu Hause sind“, so Grünen-Vorstandsmitglied Margit Kömpf. Nach den Lockerungen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie im Sommer sei der Zulauf enorm gewesen, berichtete Kömpf. Zum erneuten Lockdown kommt nun die Erfahrung, dass sich die Lage für schutzbedürftige Frauen und Kinder über die Weihnachtszeit regelmäßig deutlich verschärft.

 

Gemäß der „Instanbul-Konvention“, die 2017 von Deutschland unterschrieben wurde und seit 2018 in Kraft ist, müssten im Landkreis Calw 40 Plätze für Frauen in Not vorgehalten werden. „Der Mangel an Plätzen in der Region ist eklatat. Die zur Verfügung stehenden Plätze sind meist voll belegt und wir müssen viel zu oft schutzbedürftige Frauen und Kinder abweisen. Deswegen ist es umso wichtiger das Haus in Schuss zu halten“, betont Margit Kömpf und macht damit deutlich, wie dringend die nun bereitgestellten finanziellen Mittel benötigt werden. Die 2,612 Millionen Euro werden für den Kauf und die Sanierung des Frauenhauses verwendet. Dazu zählt auch die Schaffung einer barrierefreien Wohneinheit. Anke Much, Sprecherin im Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen, sieht mit der Förderung aus dem Bundesprogramm auch der Tatsache Rechnung getragen, dass das Calwer Frauenhaus derzeit das einzige in der Region ist.

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