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Hier möchten wir Euch gerne die Berichte unserer Bundestagswahlkandidatin Sara präsentieren.

 

Damit ihr Einblick in die Besuche von Sara bekommt, stellen wir Euch die Berichte und Bilder zur Verfügung!

 

Für Fragen, Anmerkungen und Kritik, dürft ihr Euch sehr gerne an Sara wenden

über die Webseite: www.sarahaug.com oder per E-Mail: sarahaug@posteo.de   

 

Viel Spaß beim Informieren!

 

Sara in Calw

Agnieszka Brugger und Sara Haug diskutieren in Calw über verantwortungsvolle Außenpolitik

Sara in Nagold

 

Sara Haug zeigte auf dem Nagolder Wochenmarkt Präsenz. Anschließend besuchte sie die Staatsklenge, wo Thomas Ebinger, Leiter der Staatsklenge Nagold, sie durch die Räumlichkeiten führte. Zunächst erläuterte Ebinger kurz die Historie der Einrichtung, basierend auf dem Gedanken der Nachhaltigkeit, nicht mehr Holz aus dem Wald zu entnehmen, als zuvor hinzugewachsen ist.

 

Die Staatsklenge Nagold ist eine von bundesweit 10 Staatsklengen (Infos unter https://staatsklenge.forstbw.de). Sie wurde 1865, wenige Jahre vor dem Bau der Bahnlinie gebaut, damals in privater Hand. Zu damaligen Verhältnissen verkehrsgünstig am Stadtrand liegt die Klenge heute am Rande der Innenstadt sehr zentral und stadtnah.

Der gesamte Gebäudekomplex steht seit 2015 unter Denkmalschutz.  Die beeindruckenden Reinigungs- und Trocknungsmaschinen aus den 60-er Jahren haben Industriedenkmalcharakter. Die Einrichtung werde auch zukünftig verstärkt für den aufgrund der Klimakrise erforderlichen Waldumbau gebraucht. Es sei, so Ebinger, eine europaweite Nachfrage nach klimaresistenten Baumarten zu verzeichnen.

 

Der Wald spielt, auch im Zusammenhang mit aktuellen Krisen, eine wichtige Rolle. So wurde während der Coronakrise der Erholungswert des Waldes wieder entdeckt. Im Zusammenhang mit der Klimakrise ist seine Bedeutung als CO2-Speicher in den Mittelpunkt gerückt, aber auch die Holzproduktion wird immer wichtiger. Die Knappheit an Bauholz aufgrund der starken Nachfrage aus China und Nordamerika in letzter Zeit macht dies deutlich.

 

Thomas Ebinger erläutert in diesem Zusammenhang die Herausforderung, den Wald krisenfest umzubauen, da die Dürrejahre und die steigenden Temperaturen durch die Klimakrise den Wald erheblich schädigten. Ob eine Baumart für die Zukunft geeignet sei, könne erst nach 30 Jahren beurteilt werden, weshalb hier mehrgleisig gefahren werde: Aktuell werden unter anderem die Atlas-Zeder aus dem Mittelmeerraum, die Douglasie oder die Flatterulme vermehrt, wobei insbesondere die Atlas-Zeder zwar mit Trockenheit und Hitze klarkomme, aber durch die in den letzten Jahren verstärkt beobachteten Spätfrösten im Mai Probleme habe.

 

Überrascht waren selbst Expert*innen, dass der Wald auf drei Trockenjahre hintereinander schneller als erwartet reagiert habe. Insbesondere die tiefer wurzelnde Tanne, der in den letzten Jahren das Wasser fehlte, sei besonders im Südschwarzwald auf großen Flächen abgestorben.

In diesem Zusammenhang wurde auch kurz die Thematik Windenergie angesprochen, wo sich Ebinger auf die Nachfrage von Sara Haug ganz klar positioniert hat: Wenn die Windenergie nicht genutzt und ausgebaut, die Erderhitzung nicht gestoppt werde, seien Fledermaus und Milan viel gefährdeter als durch die Rotoren der Windräder.

 

Bericht: Vera Naumann

 

Sara in Ebhausen

Gold in Sicht - Sara beim Energie-Champion Ebhausen

 

Hackschnitzel und ein Elektroauto verbessern nachhaltig die Energiebilanz der Schwarzwaldgemeinde im Nagoldtal. Gemessen werden die Erträge aller energetischen Maßnahmen durch eine Checkliste vom European Energy Award. Diese Auszeichnung hat Ebhausen (Kreis Calw) bereits zweimal erhalten, zum ersten Mal bereits 2011.

 

Wenn eine teilnehmende Gemeinde 75% der erreichbaren Punkte umsetzt, wird sie mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet. Ebhausen hat es beim letzten Testat schon auf 74% gebracht. Für die nächste Runde zielt der Bürgermeister auf Gold.

 

Grün heizen

 

Mit Nahwärme aus Hackschnitzeln versorgt Ebhausen sieben kommunale Gebäude, darunter das Vereinshaus, die Feuerwehr sowie die Gemeinde- und Sporthalle. Vierhundert Hektar Wald hat die Gemeinde auf eigenem Gebiet. Das erste Hackschnitzellager im Kreis wurde für diesen Zweck schon 2007 gebaut, erklärte Bürgermeister Volker Schuler. 80-90% der Zeit wird die Hackschnitzelanlage genutzt, bei ganz geringer Last wird die Anlage abgeschaltet, bei zu hohem Energiebedarf muss sie leicht ergänzt werden.

 

Auch im Wohnbau soll diese Energieversorgung künftig genutzt werden. Ein Quartierskonzept wird derzeit entwickelt. 30% potenzielle Abnehmer konnten bereits überzeugt werden, 70-80% sind aber vonnöten. Für solare Wärme gäbe es einen finanziellen Zuschuss aus Landesmitteln.

 

Bei Wohnungen und Häusern im Bestand ist die Nutzung von Nahwärme zum Heizen technisch schwierig, da für eine sinnvolle Energieeffizienz Fußbodenheizungen nötig wären.

 

Grüner Strom im Auto

 

Mit dem Solarstrom vom Rathausdach betreibt der kleine Ort einen Renault Zoe, den Bürger*innen mieten oder den sie auf dessen regelmäßigen Rundtouren durch die Gemeinde nutzen können. Hinter dem Rathaus befindet sich eine Ladesäule, eine zweite wurde im Ortsteil Eberhardt errichtet, und zwei weitere gibt es an der Ortsdurchfahrt. So fährt das Bürgerauto jederzeit mit klimaneutralem Strom. Die PV-Anlage stellt auch dem Rathaus selbst Strom zur Verfügung. Damit Energie zwischengespeichert werden kann, gibt es im Keller des Rathauses einen Blei-Gel-Akku.

 

Aber auch über die direkte Energieversorgung hinaus sind die Anlagen ein Gewinn: Die Solaranlagen bringen jährlich 20.000 Euro Gewinn ein. Jedes Jahr baut die Kommune mindestens eine neue Anlage, dafür setzt sich Bürgermeister Schuler ein. Und Sara Haug lobt: „Einmal investieren und dann vom Gewinn immer wieder neue Solaranlagen zu kaufen, ist sehr schlau. So sieht man, dass sich erneuerbare Energie lohnt. Gerade auf Dächern müssen wir in Deutschland deutlich mehr Solaranlagen bauen“. Sara Haug forscht an organischen Solarzellen-Materialien und setzt sich politisch für eine schnelle Energiewende ein.

 

 

Ausgezeichnet familienfreundlich

 

Seit zwanzig Jahren gibt es Betreutes Wohnen, seit vier Jahren ein Pflegeheim. Im neuen Baugebiet wurden ein Bauplatz ausgewiesen und geteilt, sodass auf 2x4 Ar eingeschossig für Senior*innen gebaut werden soll.

 

Außerdem gibt es seit einem Jahr einen Waldkindergarten für acht Kinder. Schuler:

„Es war schon immer mein Wunsch, neben einem normalen Kindergarten auch einen Waldkindergarten zu haben.“

 

Der Landkreis Calw hat Ebhausen als familienfreundliche Gemeinde ausgezeichnet.

 

Bericht: Vera Naumann

 

Sara in Dobel

Artenschutz oder Landwirtschaft?

 

Ist der Schutz eines seltenen Schmetterlings die Aufgabe einer Gemeinde? Der Dunkle Wiesenkopf-Ameisenbläuling zählt zu den zehn gefährdetsten Schmetterlingsarten und ist streng geschützt. Dies erfuhr Sara Haug, die Bundestagskandidatin von Bündnis 90/Die Grünen bei ihrem Besuch in Dobel am 4. August. Der Schmetterling ist nur auf einem kleinen Wiesenstück in Dobel zu finden.

 

Wenn die Gemeinde als Pate für den Schmetterling einsteht, könnte sie zwischen Artenschutz und Entschädigung der betroffenen Landwirte vermitteln, erwog die Delegation aus Bürgermeister Christoph Schaack, dem Ersten stellvertretenden Bürgermeister Bernhard Kraft, ehrenamtliche Insektenzählerin Bettina Demant, sowie die Grünen-Mitglieder Manuel Zahn, Andreas Kubesch, Werner Engeln und Sara Haug.

 

Der Wiesenkopf-Ameisenbläuling passt sich an die Vegetation an mit seiner Eiablage. Diese kann also früher oder später erfolgen. Das Wiesenstück wird jedoch landwirtschaftlich für die Futtergewinnung genutzt, und der Landwirt muss sich nach Wetter und Futterbedarf richten. Kritisch ist für den Schmetterling, wenn die Wiese zwischen Anfang Juni und Mitte September gemäht wird. Dies war leider auch in diesem Jahr der Fall, sodass die Schmetterlinge ihren Lebensraum verloren haben.

 

Hier prallen also Interessen des Naturschutzes und der Landwirtschaft aufeinander.

Gleichzeitig muss aber für den betroffenen Landwirt ein Ausgleich geschaffen werden, wenn er das Gras der Wiese nicht zu allen Zeiten für sein Futter nutzen kann. Eine Lösung kann nur in einem Ausgleich zwischen Artenschutz und Landwirtschaft liegen, was in diesem Fall aber machbar erscheint.

 

Eingekreist von Rotoren

 

Bei ihrem Besuch im Rathaus erfuhr die Bundestagskandidatin Sara Haug viel über die lokale Windkraftnutzung. Die Gemeinde Straubenhardt hat Windkraftanlagen an der Gemarkungsgrenze zur Gemeinde Dobel gebaut. Auch die Gemeinde Neuenbürg möchte solche Anlagen aufstellen, ebenfalls an der Gemarkungsgrenze zu Dobel. Das Land möchte zudem weitere tausend Windkraftanlagen errichten, davon 50% im Staatswald. Einer der bevorzugten Standorte ist der Bereich zwischen Dobel und Freudenstadt.

 

Die Gemeinde sieht sich durch die vielen Windkraftanlagen an der Gemarkungsgrenze in ihrer Funktion wirtschaftlich gefährdet: Als heilklimatischer Kurort mit seinem 160 Kilometer langem Wanderwegenetz lebt Dobel im wahrsten Sinne des Wortes von der Natur. Sara Haug versucht zu vermitteln: „Ich verstehe gut, dass die Gemeinde Dobel nicht noch mehr Windkraftanlagen haben möchte. Um jedoch eine erfolgreiche Energiewende hinzubekommen, brauchen wir insgesamt deutlich mehr Anlagen. Wo diese stehen werden, muss unter Berücksichtigung aller Faktoren entschieden werden. Dabei ist es aus meiner Sicht sehr wichtig, alle Beteiligten mit einzubeziehen. Außerdem brauchen wir in Zukunft deutlich mehr Bürgerwindkraftanlagen, bei denen die Bürger*innen direkt vom Stromertrag etwas haben. So können negative Meinungen über Windkraftanlagen umgeändert werden in eine Möglichkeit des Sicheinbringens und Investierens.“

 

Der Turnverein der Gemeinde wollte im Staatsforst einen Fitnesspfad einrichten. Fünf Bewegungsgeräte auf einer Weglänge von einem Kilometer waren vorgesehen. Dazu bedarf es der Zustimmung der landesweiten Forstverwaltung, der ForstBW, die jedoch keine Probleme für Vorranggebiete für Windkraftanlagen haben möchte. Jetzt plant die Gemeinde einen alternativen Standort im Kommunalwaldgebiet.

 

 

Nach dem Gespräch im Rathaus begab sich die Gruppe zum alten Wasserturm. Dieser wurde 1937 zur Wasserversorgung von Dobel, Neusatz und Rotensol gebaut. Heute wird er als Aussichtsturm genutzt. Aus fünfundzwanzig Metern Höhe konnte sich die Gruppe einen sehr guten Überblick über Dobel und die angrenzenden Gemarkungen der Gemeinde Straubenhardt verschaffen. Gut zu sehen waren die bestehenden Windkraftanlagen sowie die angesprochenen möglichen Standorte für neue Anlagen in der Gemeinde Neuenbürg und im Staatsforst.

 

Kreisübergreifender Naturschutz

 

Bei einem Mittagessen im Gasthaus Eyachmühle wurde über die Historie und den langen, steinigen Weg hin zum Naturschutzgebiet Eyachtal gesprochen. Eyachmühle ist ein Ortsteil der Gemeinde Dobel und liegt an der Mündung des Mannenbachs in die Eyach. In Eyachmühle befindet sich das Betriebsgebäude der Mannenbach-Wasserversorgung, welche sehr wichtig ist für die Trinkwasserversorgung von Dobel und umliegender Gemeinden.

 

In den 1980er Jahren war geplant, die Eyach mit einer großen Staumauer zu stauen und das Wasser bei Niedrigwasser des Neckars abzulassen, um Kühlwasser zum AKW Neckarwestheim zu leiten. Als zweites Argument für das Aufstauen der Eyach kam dann im Laufe der Jahre noch hinzu, dass das Wasser als Trinkwasser für die Stadt Stuttgart genutzt werden könne. Das heutige Naturschutzgebiet liegt in drei Kreisen, dem Enzkreis und den Kreisen Calw und Rastatt, was früher und auch heute noch den Einsatz fürs Eyachtal schwierig macht. Mit der 1983 gegründeten Schutzgemeinschaft Eyachtal konnte schließlich erreicht werden, dass das Tal seit 1999 geschützt ist. Sara Haug dankte den Vertretern der Gemeinde für ihre eindrücklichen Erklärungen.

 

Bericht: Vera Naumann und Werner Engeln

 

Sara in Bad Herrenalb

Geist und Körper, Luft und Wasser

 

Mit den ThemenTourismus und Stadtmarketing hat der Standentwicklungsprozess Fahrt aufgenommen: Bad Herrenalb möchte sich als „Scharnier“ zwischen dem Schwarzwald und der Rheinebene positionieren. Aufgrund der guten ÖPNV-Anbindung mit der Albtal-Bahn könnte die Stadt für Studierende und Arbeitnehmer*innen in Karlsruhe attraktiv sein, ebenso wie für Karlsruher, die es aufs Land zieht. Ein Tourismus- und Gesundheitsmagnet ist die Therme, für die nach zukunftsweisenden Konzepten gesucht wird. Derzeit macht sie pro Jahr eine Million Euro Verlust.

 

Bürgermeister Klaus Hoffmann empfing am 4. August Sara Haug, die Bundestagskandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, gemeinsam mit den Grünen-Mitgliedern Michael Theis, Andreas Kubesch und Werner Engeln. Bei ihrem Besuch im Rathaus stellte er das Buch „Bad Herrenalb vom Kloster zum Kurort“ vor und merkte an: „Es fehlt aber ein aktueller Blick in die Zukunft.“

 

Bad Herrenalb, so der Bürgermeister, sieht sich mit seiner guten Luft und dem heilenden Wasser als idealen Ort, wo geistiges und körperliches Wohl zusammenfinden können. Wie bei einer Pyramide kann man als Fundament der Stadtentwicklung das 1148 gegründete Zisterzienserkloster betrachten. Bei einem Stadtrundgang durch das Klosterviertel in Bad Herrenalb konnte sich Sara Haug mit den Örtlichkeiten vertraut machen. Das Kloster, von dem heute noch Spuren im Stadtbild zu finden sind, wurde von Zisterziensern aus dem elsässischen Mutterkloster Neuburg/Hagenau gegründet, aber nach Zerstörungen im 30jährigen Krieg bereits 1649 aufgegeben. Trotzdem prägt es nach wie vor den Ort und macht die Stadt zu einem attraktiven Ausflugsziel.

 

So steht an der Spitze von Hoffmanns Pyramide schließlich die Gesundheit, immerhin zieht die Therme jährlich hunderttausend Besucher*innen an. Wer nur die Füße ins Wasser tauchen will, kann die Kneipp-Anlage nutzen – kostenlos. Das wirft jedoch eine grundsätzliche Frage für die Gemeinde auf: „Wie können wir es schaffen, dass die Besucher auch Geld in der Stadt lassen?“ Ein neues Restaurant hat trotz Corona eröffnet, kein Betrieb musste bis jetzt aufgrund von Corona schließen. Auch um die eigene Bürgerschaft möchte sich das künftige Stadtmarketing kümmern, nicht nur um den Tourismus.

 

Haushaltssorgen im Blick

 

Im Haushalt der Gemeinde ist der größte Posten die Verwaltung, gefolgt von Gesundheit, dann Kinder und Schule. Bad Herrenalb hat nur wenige Gewerbeflächen, da wenig Industrie- und Gewerbebetriebe hier ansässig sind. Die Pandemie hat sich nicht so stark auf die Finanzen der Gemeinde ausgewirkt. Für die Schule stehen ab dem nächsten Schuljahr Luftreiniger zur Verfügung, die die Gemeinde noch hat und die früher im Kindergarten benötigt wurden.

 

Auf die Frage von Sara Haug nach Wünschen an die Bundespolitik nannte Hoffmann die Breitbandversorgung der Gemeinde als wichtiges Anliegen. Bad Herrenalb ist angeschlossen an den Landkreis Karlsruhe. Für den Ausbau sind allein bei der Gemeinde 3,5 Millionen Euro angefallen.

Eine mächtige Herausforderung für die Finanzierung sind bundespolitisch festgelegte Rechtsansprüche, so zum Beispiel Angebote für Kinder und Jugendliche sowie Kita-Plätze. Die Kommunen sehen sich finanziell überfordert, daher der Wunsch an Sara Haug, auf einen Ausgleich durch den Bund hinzuwirken.

 

Erfolgreiche Renaturierung

 

Die Alb ist in Bad Herrenalb kein Höhenrücken, sondern ein Flüsschen. Der Kurpark wird von der Alb durchflossen, deren Renaturierung wurde im Zuge der Arbeiten zur Gartenschau 2017 durchgeführt, da das Gartenschaugelände links und rechts der Alb liegt. Als weiteres Erfolgsbeispiel wurde der Gaisbach besichtigt. Dieser war teilweise mit Pkw-Parkplätzen überbaut und wurde im Zuge der Renaturierung wieder sichtbar gemacht. Für die Gemeinde war nach Ende der Gartenschau zu entscheiden, welche der vielen Installationen beibehalten werden, die für die Gartenschau realisiert wurden, und welche nicht. Eine bürgerschaftlich getragene IG Gartenschau ist hierbei sehr engagiert.

 

Sara Haugs Besichtigung führte bis zum Neubau der Celenus Klinik in der Nähe des Bahnhofs von Bad Herrenalb. Aktuell ist für die Gemeinde die Frage, was mit dem früher genutzten Gebäude der Klinik geschehen soll. Der Stadtentwicklung gehen die Themen so bald nicht aus.

 

Bericht: Vera Naumann und Werner Engeln

 

Sara in Eutingen (im Gäu)

Zwei Stunden Verkehrslärm live - Hunderte Bürger*innen schlafen schlecht

 

Seit Dezember hat die Gemeinde Eutingen im Gäu einen neuen Lärmaktionsplan, denn eine Bundesstraße führt mitten durch das Dorf. Über 1.200 LKW brettern täglich über Schachtdeckel und Unebenheiten im Straßenbelag. Sara Haug, Bundestagskandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, stellte sich zwei Stunden lang an die B28a und sprach mit Gemeindevertretern und Anwohner*innen.

 

Das dürfte einer der anstrengendsten Termine der ganzen Wahlkampftour gewesen sein: Ohrenbetäubendes Scheppern beim Vorbeirauschen der Autotransporter, Speditions-LKW und Fahrzeuge ortsansässiger Unternehmen wie dem DHL-Postfrachtzentrum. Zeitweise konnte man sein eigenes Wort nicht verstehen, so laut dröhnte der Verkehr.

 

Seit langem setzen sich betroffene Eutingerinnen und Eutinger daher für Abhilfe ein. Jüngst brachte eine Unterschriftenkampagne 504 Unterzeichner*innen zusammen. Bei 2.350 Einwohner*innen im Hauptort der Gemeinde sind das über 20% der Einwohnerschaft. Sabine Sommer, Mitglied im Eutinger Aktionsbündnis für eine verkehrsberuhigte Ortsdurchfahrt und eine der Betroffenen, zitiert die offiziellen Messungen: „Der Lärm ist deutlich zu hoch auf der Bundesstraße und ebenso an der Weitinger Autobahnbrücke.“

 

Schallschutzfenster sind nur für wenige Anwohner*innen eine Alternative, denn nur in jüngeren Gebäuden mit entsprechend schalldichtem Mauerwerk sind hier Verbesserungen zu erwarten, und diese auch nur in Kombination mit niedrigen Geschwindigkeiten, sagt Markus Latz vom Aktionsbündnis. Er hat damit gute Erfahrungen gemacht.

 

Entlastung durch die Hochbrücke?

 

Für 2025 ist derzeit die Freigabe der Hochbrücke Horb geplant. „Selbst wenn damit 70% weniger LKW durch Eutingen fahren, sind das immer noch über 400 Fahrzeuge am Tag“, rechnet Martin Kramer, Gemeinderat in Eutingen. Anton Friedrich, auch Gemeinderat, stellt sich eine intelligente Verkehrsführung vor und fordert mehr Digitalkompetenz ein. Ein komplettes Durchfahrtsverbot für LKW sieht er als „utopisch“, denn die B28a ist als Ausweichstrecke für die Autobahn A81 ausgewiesen. Denkbar wäre allerdings, diese Bedarfsumleitung nur freizugeben, wenn die Verkehrslage auf der Autobahn dies tatsächlich erfordert. In geschätzt 95% aller Zeit ist dies nämlich nicht so, und dann würde eine Durchfahrtserlaubnis nur für Anlieger eine spürbare Entlastung bringen.

 

Karl-Heinz Kramer, Mit-Initiator des Aktionsbündnisses, betont: „Seit letztem November hat sich bei uns schon viel bewegt. Der Leserbrief der Horber Grünen Kristina Sauter und Wolf Hoffmann hat viel Aufmerksamkeit bekommen.“ (Südwestpresse/Neckarchronik am 8.3.2021) Kristina Sauter wirft ein, „die Gemeinden wollen Gewerbegebiete, aber sie wollen nicht den Verkehr.“ Sie betont auch, dass die Grünen hier keine Verbots-, sondern eine Gebots-Partei sind: „Wir gebieten eine Verkehrsplanung, die Rücksicht nimmt auf die Anwohner*innen.“

 

Kristina Sauter und Karl-Heinz Kramer betonen, auch die Situation in Bildechingen muss mitbedacht werden, wenn die Hochbrücke in Betrieb ist.

 

Baumaßnahmen könnten helfen

 

Ein erheblicher Teil des Lärms wird durch die Vibrationen erzeugt, wenn die Laster über unebene Stellen fahren. Karl-Heinz Kramer: „Die Schachtdeckel erzeugen dermaßen starke Erschütterungen, dass das ganze Haus vibriert. Da klirren die Gläser im Wohnzimmerschrank!“

 

Eine Sanierung der Schachtdeckel wäre also hilfreich. Allerdings sollte man sich durch „Flickschusterei“ kein neues Problem schaffen, argumentiert Gemeinderat Martin Kramer, und verweist auf den Lärmaktionsplan der Gemeinde, der eine komplette Sanierung des Straßenbelags immerhin als Forderung der Bürger*innen auflistet, allerdings ohne zeitlichen Horizont.

 

Auch PKW tragen zum Lärm bei. Markus Latz vom Aktionsbündnis und auch Anwohner der Bundesstraße, schildert die Strecke nach dem „Blitzer“: „Wenn die Leute durch sind, geben sie Vollgas.“ Sein Vorschlag: Wenn das Ortsschild weiter nach außen gerückt wird, rechnen alle Navigationssysteme mit einer längeren Durchfahrtszeit durch den Ort. Für den Fernverkehr macht dies die Strecke unattraktiver. Das ist wichtig, wenn die Hochbrücke kommt.

 

Das Aktionsbündnis fordert durchgängig Tempo 30 in der gesamten 1,2 km langen Ortsdurchfahrt. Hier könnte seitens Grüner Verkehrspolitik Unterstützung vom Bund kommen. Bisher mussten Tempo 30-Beschränkungen aufwändig begründet werden. Im Wahlprogramm von Bündnis 90/Die Grünen gibt es einen besseren Vorschlag, erklärt Sara Haug: Ziel ist, Anwohner*innen zu schützen und – ganz wie vom Eutinger Aktionsbündnis gefordert – einen lebenswerten und verkehrssicheren Ortskern zu schaffen. Wird Tempo 30 innerorts zum Standard, dann kehrt sich die Begründungslast für die Gemeinden um, die höhere Geschwindigkeiten erlauben möchten. Sie müssen dann erst nachweisen, dass dies niemanden beeinträchtigt.

 

Gesetzgebung nutzen

 

Ein Teil des Schwerlastverkehrs sind Mautpreller. Martin Kramer ist es ein Anliegen, deren Anzahl zu verringern. Sabine Sommer erwähnt den Hochdorfer Mautzähler. Denkbar wäre so eine Lösung auch für Eutingen. Kramer bestätigt, die LKW-Nutzer sollen „zur Finanzierung dessen beitragen, was sie kaputt machen“.

 

Eine große Herausforderung, erläutert Martin Kramer, sind die unterschiedlichen Zuständigkeiten für die verschiedenen denkbaren Maßnahmen, die im Eutinger Lärmaktionsplan aufgelistet sind. Bei jeder Neuerung muss geprüft werden: „Wer sind die Ansprechpartner, auf wen müssen wir zugehen?“ So ist für die gewünschte Weitinger Lärmschutzwand der Bund zuständig. Für die Einsatzplanung der mobilen Blitzer, die Eutingen gerne öfter einsetzen würde, ist die Stadt Horb zuständig, und für viele Maßnahmen, die im Gemeinderat diskutiert werden, muss das Regierungspräsidium erst grünes Licht geben. Für Anton Friedrich ist nicht ausgeschlossen, juristische Schritte zu prüfen, wenn die Anstrengungen der Gemeinde ins Leere laufen.

 

Dranbleiben und weitermachen

 

„Wir brauchen Hoffnung – wir brauchen eine Perspektive!“ drängt Karl-Heinz Kramer. Kristina Sauter bietet den Eutingern ein Treffen mit den Horbern an, um Ideen und Erfahrungen auszutauschen.

 

Auf der Homepage der Gemeinde kann der Lärmaktionsplan öffentlich eingesehen werden.

 

Sara Haug sprach sich für den Lärmschutz aus. Wenn die Lebensqualität der Menschen in den Gemeinden so stark eingeschränkt sei, muss dringend etwas geändert werden. Sollte sie in den Bundestag gewählt werden, möchte sie sich dafür einsetzen, dass Politik wieder am Menschen ausgerichtet wird.

 

Bericht: Vera Naumann

 

Sara in Baiersbronn

Schmiede unter Strom - Sara Haug besucht die Schwäbischen Hüttenwerke

 

Wer einen Baum pflanzt, braucht einen ordentlichen Spaten – und der kommt in unserer Region meist von SHW, den Schwäbischen Hüttenwerken in Friedrichstal, ebenso wie Hacken, Gabelzinken für Frontlader und andere Geräte und Werkzeuge der Landtechnik. Auf ihrer Wahlkampftour besuchte Sara Haug am 7. Juli das traditionsreiche Schmiedeunternehmen, dessen Geschichte zurückreicht bis ins 13. Jahrhundert.

 

Mit 96 Mitarbeitern, darunter fünf Auszubildende, werden fast viertausend Tonnen Stahl zu hochwertigsten Werkzeugen verarbeitet, unter anderem Gartenhandgeräte für den deutschsprachigen Raum. Schon vor zweihundert Jahren waren die Friedrichstaler Sensen weithin bekannt. Die Dorfgemeinschaft des Tals ist tatkräftig dabei, die Bedeutung der Werke immer wieder herauszustellen und zu feiern.

In der Schmiede beeindruckte Sara Haug die konzentrierte Stimmung. Glühender Stahl und raumgreifende, altehrwürdige wie auch laute Maschinenungetüme – für Zuschauer*innen ein magischer Ort. „Hier spürt man immer noch, wie alt das Schmiedehandwerk ist“, staunt die Kandidatin.

Friedrichstal erhielt seinen Ortsnamen nach der dort ansässigen Schmiede zu Ehren des damaligen Regenten, König Friedrich. Kein Wunder, dass die betagten Gebäude unter Denkmalschutz stehen. Das allerdings wirft für die technische Modernisierung des Unternehmens erhebliche Probleme auf.

Geschäftsführer Ulrich Pfetzing nahm sich Zeit, um Sara Haug die Arbeitsprozesse der zwei vollautomatischen Schmiedeanlagen zu erklären: Eine wird mit Gas, die andere mit Induktion betrieben, sie bearbeiten hochwertigen Stahl aus Deutschland. Die SHW würden lieber eine zweite Induktionsanlage statt der gasbefeuerten einrichten, dafür reicht aber die Stromzufuhr nicht aus. Ständig werden Effizienz und Nachhaltigkeit verbessert, zum Beispiel soll die Abwärme in die Pulverbeschichtung geleitet werden.

Pfetzing erkennt sehr wohl den Bedarf an Nachhaltigkeit in der Produktion. Die Eisen- und Stahlproduktion in Deutschland hat ein großes Einsparpotential, was die CO2-Emissionen angeht. Aber woher soll in Friedrichstal der „grüne Strom“ kommen? Die Energieversorgung ist für das Schmiedetechnikunternehmen eine zentrale Frage. Auf den denkmalgeschützten Häusern sind Photovoltaikanlagen nicht erlaubt, und Wind gibt es im Tal zu wenig. Zeitweise hatte Pfetzing gehofft, eine neue Leitung im Rahmen des Straßenbaus der B 462 bekommen zu können.

Dass der von der Bundesregierung geplante Südbonus für Windkraft im EEG erst im Jahr 2022 kommt, hat für Stromknappheit im ganzen Süden gesorgt, erklärte Sara Haug, deren Hauptthema der Ausbau der erneuerbaren Energien und die sichere Versorgung mit Strom ist. Darunter leiden auch die Schwäbischen Hüttenwerke. Auf der Wunschliste an die Politik stehen daher Energieversorgung, Planungssicherheit und dass die Administration auch einmal durch die Brille der Unternehmen betrachtet wird.

Eine weitere Herausforderung wird die Landesgartenschau 2025 werden – wenn Besucherströme sicher durch das eng stehende Ensemble geleitet werden sollen. Die denkmalgeschützten Gebäude aus dem 19. Jahrhundert sind zwar bewundernswert, aber zum Teil in desolatem Zustand, und müssen aufwändig hergerichtet werden. Pfetzing gab der Bundestagskandidatin Sara Haug einige Hausaufgaben mit. An hervorragenden Gartengeräten zur Pflanzung für die Landesgartenschau wird in Friedrichstal jedoch kein Mangel bestehen.

 

Bericht: Esther Kiessling und Vera Naumann

 

Sara in Horb-Rexingen

Die Bundestagskandidatin von Bündnis 90/Die Grünen Sara Haug besucht die ehemalige Synagoge in Horb-Rexingen

 

Auf dem Vorplatz dieses geschichtsträchtigen Ortes begann schnell das Gespräch mit den beiden Vertretern des Synagogenvereins, Barbara Staudacher und Heinz Högerle. Mit großem Interesse verfolgte die junge Politikerin und Physikstudentin die Geschichte des Gebäudes und der einmaligen und gelungenen Gruppenauswanderung der Rexinger Juden nach Shavei Zion. Heinz Högerle verwies mehrmals auf das vor der Nazizeit gute Verhältnis zwischen jüdischer (ca. 25 %) und christlicher Bewohnerschaft und auch darauf, dass in Rexingen und anderen Orten mit jüdischer Minderheit die NSDAP 1933 nur geringe Wahlerfolge hatte.

 

Bei der Besichtigung des Inneren der ehemaligen Synagoge kam die Doppelnutzung des Gebäudes zur Sprache und natürlich die Rolle, die der Synagogenverein in Rexingen und überregional spielt. Der neu renovierte Raum beeindruckte auch Sara Haug. Ohne großzügige Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg wäre das nicht möglich gewesen, lautete es im gemeinsamen Gespräch. Sie wollte schließlich auch genauer wissen, wie die Beziehung zwischen Rexingen und Shavei Zion heute aussieht. Nach schwierigen Anfängen seien die Kontakte immer intensiver geworden, aber es seien ja jetzt die Kinder und Enkel, mit denen man Verbindungen pflege. Alle waren sich einig, dass die Bewusstseinsarbeit an Schulen und die Organisation von Jugendaustauschprojekten der wichtigste Teil sei.

Nach vielen Rückfragen von Sara Haug, zum Beispiel, ob ausgewanderte Rexinger Juden noch zu Besuch kämen und was sie dabei empfinden würden, ging die Gruppe noch hinauf in den Raum, den die evangelische Gemeinde benützt.

 

Zum Abschluss betonten Heinz Högerle und Barbara Staudacher, dass dieses Gebäude vor allem ein Lernort sein soll, der zeigt, dass Juden und Christen Rexingen einst geprägt hätten. Wie die Erinnerung an diese Zeit und vor allem die Aufarbeitung der menschlichen Schicksale nach der Vertreibung und Vernichtung konkretisiert werden könne, davon zeugten die alten Fotos vom jüdischen Leben in Rexingen im oberen Raum und die Ausstellung „Ort der Zuflucht und Verheißung – Shavei Zion 1938-2008“, die nun im unteren Raum eine Bleibe gefunden hat.

 

Bericht: Kristina Sauter

 

Sara in Dornstetten

Produktion mit Inklusion Sara Haug besucht die Schwarzwaldwerkstatt Dornstetten und deren Inklusionsunternehmen INTRA-Mechanik

 

Boomende Fahrradbranche, Radwege in und um Dornstetten und gelebte Inklusion waren die Themen beim Besuch der Bundestagskandidatin Sara Haug (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) in der Schwarzwaldwerkstatt Dornstetten und dem Inklusionsunternehmen INTRA-Mechanik.

 

Empfangen wurde Sara Haug zunächst vom Geschäftsführer der Schwarzwaldwerkstatt Ralph Uth und dem Prokuristen Friedhelm Maier im Fahrradgeschäft „Rad und Tat“ in der Otto-Hahn-Straße. Jörg Riethmüller, der diese Abteilung leitet, kam gleich auf den auffällig leeren Verkaufsraum zu sprechen: So verzeichnet Rat & Tat eine sehr hohe Nachfrage nach Fahrrädern, die besonders durch das Leasingmodell „Jobrad“ noch verstärkt wird. Immer mehr Firmen und Behörden leasen für ihre Mitarbeiter*innen ein Fahrrad, das sie zu einem deutlich reduzierten Preis auf dem Weg zur Arbeit und auch privat nutzen können.

Rad & Tat bietet drei Menschen mit Beeinträchtigungen einen Arbeitsplatz in der Reparaturwerkstatt. Modernste hydraulische Hubeinrichtungen erleichtern die Arbeit, denn inzwischen sind rund 80% aller verkauften Räder „E-Bikes“, die deutlich mehr Gewicht auf die Waage bringen.

Besonders stolz ist Jörg Riethmüller, dass sich aus dem Konzept des inklusiven Fahrradladens inzwischen die Genossenschaft der Werkstätten das Konzept SOMO (Soziale Mobilität) entwickelt hat, die diese Idee nun auch in anderen Städten durch deren Partner umsetzt.

Bürgermeister Bernhard Haas, der es sich nicht nehmen ließ, Sara Haug bei ihrem Besuch in Dornstetten zu begleiten, würde Fahrradleasing auch für die Angestellten der Stadt befürworten. Natürlich kamen die beiden auch auf die Radwege in und um Dornstetten zu sprechen. Hier hofft Bernhard Haas auf Hilfe des Landkreises und sieht als wichtigstes Projekt die Erschließung eines Radwegs von Aach nach Glatten. Innerhalb der Stadt seien Radwege kein Thema. Einig war man sich, dass besonders E-Bikes ein erhöhtes Unfallrisiko zeigen, weshalb Jörg Riethmüller für eine Helmpflicht plädiert.

Nach dem Gespräch im Radladen besuchte Sara Haug die INTRA-Mechanik gGmbH im selben Haus. In diesem gemeinnützigen Inklusionsunternehmen der Schwarzwaldwerkstatt arbeiten fast 50 beeinträchtigte Menschen, die auf dem Ersten Arbeitsmarkt aktuell nicht unterkommen. Auch wenn manche dauerhaft bei der „INTRA“ bleiben, ist es das Ziel des Inklusionsunternehmens, Menschen für den Ersten Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Hier sind sie sozialversicherungspflichtig angestellt, erhalten den Mindestlohn plus eine Zulage - gestaffelt nach individuell erreichten Kompetenzpunkten. Natürlich wollte Sara Haug wissen, wie sich die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro, wie es die Grünen vorschlagen, auf die INTRA-Mechanik auswirken würde. Ralph Uth und Friedhelm Maier erläuterten daraufhin, dass die INTRA im Wettbewerb wirtschaften muss zu ausländischen Unternehmen, insbesondere in Fernost, und durch häufigere Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall ohnehin schon hoch belastet wird. Nur wenn ein höherer Mindestlohn durch zusätzliche finanztechnische Maßnahmen begleitet wird, kann die Wirtschaftlichkeit des Inklusionsunternehmens erhalten bleiben. Beispielsweise könnte man die erhöhten Krankheitstage durch Fördermittel ausgleichen.

Weiter erkundigte sich Sara Haug, wie denn das Unternehmen die Corona-Krise gemeistert hat. Auch die INTRA musste im vergangenen Jahr Kurzarbeit anmelden, was insbesondere für die psychisch kranken Angestellten eine große Belastung war. Friedhelm Maier erläuterte, wie wichtig Verlässlichkeit und Regelmäßigkeit für die Menschen in der INTRA sind und dass statt wochenlangen Schließungen auf verkürzte Arbeitstage gesetzt wurde.

Der Gang durch die Werkhalle zeigte, dass die INTRA jetzt wieder volle Auftragsbücher hat. 300 Industriekunden lassen hier die verschiedensten Metallteile fertigen und bearbeiten. Mit Freude und hoher Konzentration waren die Werker*innen und die vier auszubildenden Metallfeinbearbeiter*innen im Maschinensaal mit Drehen, Fräsen, Bohren und Gewindeschneiden beschäftigt.

Im anschließenden Rundgespräch erkundigte sich Sara Haug auch nach den anderen Einrichtungen der Schwarzwaldwerkstatt. Neben Inklusionsunternehmen INTRA, Rad & Tat und Cafesito, wo Sara Haug zu Mittag gegessen hatte, gehören in der Siemensstraße und der Riedsteige noch zwei Werkstätten für über 300 Menschen mit geistiger und psychischer Beeinträchtigung zur Schwarzwaldwerkstatt. Dort gehen sie individuell zwanzig unterschiedlichen Beschäftigungsarten nach.

Ralph Uth gab Sara Haug eine Aufgabe für Ihre künftige Arbeit im Bundestag mit auf den Weg: Menschen mit Beeinträchtigung brauchen besondere Unterstützung und Begleitung. Der Sprung von der Betreuung in die Eigenständigkeit – wie er durch das Bundesteilhabegesetz vorgesehen ist, vernachlässigt jedoch, dass dieser für viele Menschen mit geistiger Behinderung nicht ganz einfach ist. Viele wollten gerade nicht individuelle Leistungen, wie es das BTHG vorsieht, sondern pauschal versorgt werden.

Wie Geschäftsführer Uth sieht auch Sara Haug ein großes Problem darin, dass momentan Nachhaltigkeitsprojekte, die gemeinnützige Unternehmen umsetzen, nicht gefördert werden.

Dornstetten hat Menschen mit Behinderungen schon immer stark unterstützt, betonte Bürgermeister Bernhard Haas. In den Sportvereinen, auf dem Stadtfest, auf der Straße begegnen sich Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, man kennt sich, und die Wohnheime und Außenwohngruppen gehören einfach dazu. Sara Haug war sehr erfreut zu hören, dass die Boccia-Spieler*innen aus Dornstetten bei den Special Olympics regelmäßig hervorragend abschneiden.

Weitere Themen im Gespräch mit Bürgermeister Haas waren die hohen bürokratischen Hürden bei der Vergabe und Verlegung des Glasfasernetzes, die Ausschreibung für die Sanierung der Stadthalle nach dem VGV-Verfahren sowie die gute Kooperation von Schwarzwaldwerkstatt und DRK im Corona-Testzentrum.

 

Bericht: Vera Naumann / Frank Ritthaler

 

Sara in Wildberg

Wildberger Bürger*innen reden mit – und sind oft schon weiter als die Politik! Ein Gespräch zwischen der Gemeinderätin Regina Schroeder und der Bundestagskandidatin Sara Haug

 

Bürger*innenbeteiligung ist ein Schwerpunktthema von Sara Haug, die für Bündnis 90/Die Grünen für den Wahlkreis Calw-Freudenstadt in den Bundestag einziehen will. Die Physikstudentin besuchte dazu am 24. Juni im Rahmen ihrer Wahlkampftour die Schäferlaufstadt, weil hier nicht nur Stadtverwaltung und Gemeinderat die Weichen für die Zukunft stellen, sondern Bürgerinnen und Bürger aufgerufen wurden sind, sich aktiv einzubringen – und viele wollten mitmachen. Nachhaltige und zukunftsfähige Perspektiven sollten für Wildberg im Rahmen des „STEP N! Wildberg 2035“ entworfen werden. Die Bürgerschaft war aufgefordert mitzumachen: Zum einen im Rahmen einer Haushaltsbefragung und zum anderen im Nachhaltigkeitsbeirat, für den Vertreter*innen verschiedener Institutionen, aber auch Bürger*innen ausgelost wurden und zusammen mit dem Gemeinderat einen Orientierungsrahmen für die kommenden Jahre entwarfen.

Haug hat es sich zum Anliegen gemacht, während des Wahlkampfs möglichst viele Menschen, Unternehmen, Bürgermeister*innen und Organisationen ihres Wahlkreises persönlich kennen zu lernen. In Wildberg traf sie sich mit Regina Schroeder (Lehrerin und grüne Gemeinderätin der Stadt Wildberg), Anke Much (1. Vorsitzende des Kreisverbandes der Grünen) und anderen interessierten Grünen, um das Sanierungsgebiet am Bahnhof zu besuchen und mehr über Wildbergs Bürgerrat zu erfahren.

Bei der Befragung wurde schnell deutlich: Bei vielen Themen klafft eine große Lücke zwischen dem, was den Wildbergern wichtig ist und der eher schwachen Umsetzung. Egal ob Anpassung an den Klimawandel, Energiewende oder der Schutz natürlicher Ressourcen – Wildberger Bürgerinnen und Bürger fanden, dass es deutlichen Nachholbedarf gibt. Außerdem äußerten sie den Wunsch, mehr mitwirken zu können. Bürgermeister Ulrich Bünger (parteilos) machte sich von Anfang an stark für die Gründung eines Nachhaltigkeitsbeirates, in dem auch Bürger*innen vertreten waren.

Dass Bürgerinnen und Bürger politische Entscheidungen aktiv mitbeeinflussen und Politiker*innen immer wieder mit der Lebensrealität der unterschiedlichsten Menschen konfrontiert werden müssen, ist eines der zentralen Themen von Haug. „Wildberg ist als Kommune einen vorbildlichen Weg gegangen. Mal wieder wird deutlich: Die Bürgerinnen und Bürger sind schon viel weiter als die Politik,“ unterstreicht Haug. Dabei geht sie noch einen Schritt weiter als Bünger und macht sich für die Anhörung von Bürgerräten zu allen großen Gesellschaftsthemen stark. Diese hätten zwar keine Weisungskompetenz, würden aber der Politik ganz klar sagen, was die Bürger*innen erwarten. Da müsse die Politik dann ran und umsetzen, was möglich ist. Und eben ganz transparent kommunizieren, was nicht umgesetzt wurde und wieso. Denn wenn die Menschen erleben würden, dass die erarbeiteten Maßnahmen und Leitsätze in der Politik nicht ernstgenommen werden, steigere das die Politikverdrossenheit nur noch mehr.

Experimente mit Bürgerräten gibt es in Deutschland bereits; jüngstes Beispiel ist der Bürgerrat „Klima“ (www.buergerrat-klima.de), in dem 160 zufällig ausgewählte Menschen in 12 Sitzungen eine Antwort auf die Klimakrise gesucht haben. Die Ergebnisse wurden am 30.6.2021 vorgestellt – mit dem Appell an die Politik, das 1,5°-Ziel weiter zu verfolgen. Eine konkrete Empfehlung des Bürgerrats „Klima“ ist: Jede Kommune solle bis 2023 einen konkreten Plan zur Umsetzung der Klimaneutralität entwickeln. Wildberg ist hier schon etwas weiter, denn einen konkreten Plan gibt es dank Nachhaltigkeitsbeirat bereits. Auf Nachfrage bestätigt Anton Lutze (Abteilungsleiter Bauverwaltung und Bauordnung und Koordinator des Nachhaltigkeitsbeirates), dass die Wildberger Verwaltung sich bereits damit beschäftigt, wie die ehrgeizigen Ziele des Nachhaltigkeitsbeirates Wirklichkeit werden können. „Wir verschaffen uns momentan einen Überblick über die stadteigenen Gebäude und den Fuhrpark, um herauszuarbeiten, wo die großen Baustellen in Bezug auf Klimaneutralität sind“, sagt Lutze.

Sehr schnell hat sich im STEP N! 35 gezeigt, dass das Areal zwischen Bahnhof und Grundschule ein wichtiges Gebiet für die Stadtentwicklung ist. Hier soll ein Stadtzentrum entstehen, das viele Ziele und Wünsche von Wildbergern Realität werden lässt. Sozial- und umweltgerechter Wohnraum, Generationen- und Familienfreundlichkeit, Begegnung und Kommunikation – oder auch wohnortnahe ärztliche Versorgung. Auch baulich soll dem Klimaschutzaspekt Rechnung getragen werden. Schroeder macht sich für ein Holzhochhaus stark, das eine inhaltliche Verbindung zum Schwarzwald schafft und ein klares Zeichen für nachhaltiges Bauen setzen würde.

Die Bürgerinnen und Bürger Wildbergs haben also einen Konsens gefunden, wie Wildbergs Zukunft aussehen soll. Dennoch ist die konkrete Arbeit im Gemeinderat manchmal zäh. „Wir arbeiten dafür, dass der Wille unserer Bürgerinnen und Bürger umgesetzt wird, und haken bei den verantwortlichen Stellen immer wieder nach. Leider geht in der Praxis das Wissen um den Bürgerwillen sehr schnell in Machbarkeitsdiskussionen verloren“, sagt Gemeinderätin Schroeder. Dies hätte auch mit der Angst zu tun, dass die Umsetzung eines solchen Strukturwandels in Wildberg letztlich mit Verzicht einhergehen müsse. Eine verständliche Sorge, denn den hehren Zielen stehen nur sehr begrenzte finanzielle Spielräume gegenüber. Auf Nachfrage bekräftigt Andreas Bauer (Kämmerer und Fachbereichsleiter Innere Dienste), dass der Großteil des städtischen Haushalts schon allein durch die Pflichtausgaben der Stadt fremdbestimmt sei. Schroeder stimmt zu und schätzt, dass die Stadt nur über ca. 10% der Einnahmen frei verfügen kann. Daher sei sie ein Fan von kreativen Einsparmöglichkeiten oder Projekten, die auch mit wenig Geld umgesetzt werden könnten. Sie nennt zum Beispiel eine Rückkehr zum traditionellen, zweimal-jährlichen Wiesenschnitt. Dies würde zu einer Reduktion fossiler Kraftstoffe führen und hätte den Nebeneffekt, dem Insektensterben entgegenzuwirken.

„Was kann der Bund tun, damit Kommunen, die ja nahe dran sind an den Menschen, besser arbeiten können?“, wollte Haug wissen. Um in Kommunen wie Wildberg einen Strukturwandel hin zu Nachhaltigkeit hinzubekommen, ist laut Schroeder insbesondere die Bundespolitik in Zugzwang. „Wir brauchen finanzielle Förderungen mit weniger Bürokratie“, fordert sie. Weiterhin wünscht sie sich eine bessere Projektfinanzierung für den öffentlichen Nahverkehr sowie bessere Anbindungsmöglichkeiten. Die 1. Vorsitzende der Grünen des Kreises Calw Anke Much sieht den Bund in der Pflicht, die Bundesstraßen fahrradfreundlicher zu gestalten, denn bislang stünden nur ca. 1% des Verkehrshaushalts für die Förderung des Fahrradverkehrs zur Verfügung. Die Bundestagskandidatin stimmte zu: „Ja, der Bund ist in der Pflicht, so zu handeln, dass Klimaschutz für Kommunen keine zusätzliche Belastung ist, sondern sinnvoll und unbürokratisch.“

 

Bericht: Kati Cysarek

 

Sara in Calw-Altburg

Die Geschäftsführerin Alicia Lindner und die Bundestagskandidatin der Grünen Sara Haug – zwei Frauen mit einer starken Persönlichkeit

 

Bei dem Treffen von Sara Haug (25, Physikstudentin und Bundestagskandidatin von Bündnis 90/Die Grünen für Calw und Freudenstadt) mit Alicia Lindner (32, Geschäftsführerin des Naturkosmetikherstellers Börlind in Calw) am 28.6.2021 bekam die Politikerin einen Einblick in die regionale Wirtschaftsstruktur. Zudem diskutierten die beiden Frauen darüber, wie eng politische Entscheidungen mit geschäftlichen Wandlungsprozessen, aber auch mit persönlichen Lebensthemen, verknüpft sind.

Alicia Lindner lebt uns als Unternehmerin erfolgreich vor, dass sich Karriere und Familie nicht ausschließen. Die Enkelin der Börlind-Gründerin Annemarie Lindner ist für den nationalen und internationalen Vertrieb der renommierten Firma Börlind verantwortlich und leitet zudem die Finanzbuchhaltung und das Controlling. Gleichzeitig ist sie eine liebevolle Mutter und möchte ihren drei kleinen Kindern im Alter von 8 Monaten bis 3 Jahren eine optimale Betreuung bieten und ihren Entwicklungsbedürfnissen gerecht werden. Auch Sara Haug widmet sich in ihrem Leben zwei verschiedenen Leidenschaften: Sie jongliert ein Studium und ihre politische Karriere. Sara Haug, die gerade ihr Physikstudium beendet, kandidiert für die Grünen und will das Bundestagsmandat für Calw erlangen. Aktuell arbeitet sie drei Tage für die Uni und drei Tage für den Wahlkampf, in dem sie derzeit besonders mit der Organisation und Durchführung der Termine im Wahlkreis beschäftigt ist. Dem hohen zeitlichen Aufwand steht ihr Wille gegenüber, möglichst viele Menschen, Unternehmen, Bürgermeister*innen und Organisationen persönlich kennen zu lernen und ihre Anliegen anzuhören. Da der erfolgreiche Naturkosmetikhersteller Börlind mit über 220 Beschäftigenden direkt in Calw zu den Vorzeigebetrieben der Region gehört, ist es kein Wunder, dass die angehende Politikerin einen Einblick in das Unternehmen gewinnen wollte. Die Börlind GmbH unterscheidet sich in einem essenziellen Punkt von anderen Unternehmen der Region: Jeher setzt sich das Unternehmen weit über das Mindestmaß hinaus für Umweltbelange ein. Seit 2012 ist das Unternehmen durch das CSE-Siegel zertifiziert. Um die Richtlinien von CSE (Certified Sustainable Economics) zu erfüllen, werden nicht nur die Produkte, sondern das gesamte Unternehmen auf dessen soziale und ökologische Grundhaltung geprüft und bestätigt. Außerdem hat sich das Unternehmen mit seiner Nachhaltigkeitsstrategie „Mission 2025“ vier große Nachhaltigkeitsziele vorgenommen. Bis 2025 möchte Börlind seine CO2-Emissionen auf 0 Tonnen CO2 reduzieren und sogar klimapositiv werden. Des Weiteren sollen Verpackungen durch die Verwendung von recycelfähigen, wiederverwendbaren Nachfüllverpackungen und Verpackungen aus 50 % recyceltem Kunststoff noch nachhaltiger gestaltet und soziale Projekte weiter ausgebaut werden. Umweltschutz ist für Alicia Lindner nicht nur ein Schlagwort, sondern wird ganz konkret umgesetzt. So forscht Börlind mit dem Fraunhofer-Institut und dem Bundesministerium für Umwelt an der Entwicklung von Biotensiden. Tenside kommen in einigen Pflegemitteln vor, landen im Abwasser und können giftig für einige Tierarten sein. Bis 2025 soll daher die Umstellung von umweltschädlichen Tensiden auf Biotenside gelingen. Außerdem setzt sich das Unternehmen bereits seit mehreren Jahren für eine umwelt- und sozialverträgliche Herstellung von Palmöl ein, bei der keine Wälder gerodet und die Rechte der Bauern und Bevölkerung geachtet werden. Bis 2025 möchte Börlind den Einsatz von nachhaltigen Palmölderivaten von aktuell über 70% auf 100% erhöhen. Auch in allen anderen Bereichen des Unternehmens arbeitet Börlind daran, noch nachhaltiger zu werden. Lindner nannte vielzählige Beispiele: Obwohl Börlind seit 2015 klimaneutral produziert, sollen Emissionen in Zukunft nicht nur kompensiert, sondern noch mehr reduziert werden. Regenerative Energien sind bereits in der Planung. Zusätzlich werden Transportwege verkürzt, indem Verpackungsmaterial verwendet wird, das in Deutschland oder Europa hergestellt wurde. Bereits jetzt laufen fast alle firmeninternen Prozesse komplett papierlos ab. Im Gespräch zwischen Alicia Lindner und Sara Haug wurde schnell deutlich, dass all diese Wandlungsprozesse im Geschäftsbereich nur möglich gemacht werden können, wenn auf politischer Ebene die entsprechenden Entscheidungen getroffen werden. Doch nicht nur auf beruflicher, sondern auch auf privater Ebene haben politische Entscheidungen große Auswirkungen. Für Alicia Lindner zeigte sich dies, als sie für ihre Kinder auf der Suche nach einer Ganztagsbetreuung war. Die gibt es in Calw aber bisher nur auf der östlichen Nagoldseite. Alicia Lindner ist mit diesem Problem nicht allein: Da bei Börlind die Geschlechtergerechtigkeit längst Realität ist und der Frauenanteil in Führungsebenen bei über 50 % liegt, standen auch viele ihrer Mitarbeiter*innen vor dieser Herausforderung. „Ganztagsbetreuung auch für Kleinkinder ist in vielen Ländern normal, hier aber immer noch ein Problem. Dabei sind einige Familien davon abhängig“, betont Alicia Lindner. Sie wünscht sich, dass die Attraktivität der kinderbetreuenden Berufe enorm aufgewertet und endlich besser bezahlt würde. Daraufhin erwiderte Sara Haug, dass die Politik hier in der Pflicht sei, konkrete Verbesserungen zu erarbeiten. „Die Familien stehen meist so schon unter einem riesigen Stress. Diese Suche nach guter Betreuung ist dann noch eine weitere Belastung. Wir möchten die Wirtschaft fördern, also ist es unerlässlich, die Kinderbetreuung spürbar zu verbessern“, fordert Sara Haug. Alicia Lindner zufolge sei es wichtig, dass Entscheidungen effizient umgesetzt werden – sei es in der Politik oder auf geschäftlicher Ebene. Dass es der Unternehmerin nicht an Entscheidungsfähigkeit, Innovationsgeist und Mut mangelt, bewies sie im vergangenen Jahr. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass auch in Ausnahmesituationen weiterhin effizient gearbeitet werden kann. Dies sei nur durch die Entscheidung, gewohnte Arbeitsweisen unbürokratisch zu ändern, möglich gewesen. „Börlind ist gut durch die Corona-Krise durchgekommen – auch dank Kurzarbeit. Sie war eine riesengroße Hilfe, und dabei relativ unbürokratisch“, lobt Alicia Lindner. Bei allem Leid und allen Problemen hat das Virus auch etwas Positives. Das Arbeiten von zu Hause war zum Beispiel für Führungskräfte vorher kaum denkbar, ist nun aber gelebte Realität. Damit Firmen den besonderen Herausforderungen der aktuellen Zeit weiterhin gewachsen bleiben, wünscht sich Alicia Lindner außerdem eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen, die über das gesamte Spektrum an Wirtschaftsförderungsmaßnahmen in Deutschland informiert. Oft wüssten Unternehmen nicht, welche Fördertöpfe überhaupt zur Auswahl stehen. Besonders im Bereich der Digitalisierung wäre es hilfreich gewesen, eine Ansprechstelle zu haben, an die man sein Anliegen richtet und im Anschluss einen konkreten Vorschlag mit passenden Subventionen und Förderungen bekommt. Für zeitgemäßes und erfolgreiches unternehmerisches Handeln seien in diesem Bereich aber auch sonst noch einige Wünsche offen, wie zum Beispiel schnelles und mobiles Internet. Für Sara Haug war dieser Einblick in verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln und der Börlind’sche Wille zur Weiterentwicklung sehr lehrreich. „Herauszuhören, was solche Firmen und Unternehmerinnen wie Alicia Lindner beschäftigt, hilft mir, den eigenen Blick für gesamtgesellschaftliche Prozesse zu schärfen“, sagt Sara Haug.

 

Bericht: Anke Much/Kati Cysarek

 

Sara in Waldachtal

Perlen an der Waldach

 

Am 28. Juli besuchte Sara Haug, die Kandidatin von Bündnis 90/Die Grünen für den Bundestag, die Gemeinde Waldachtal. Bürgermeisterin Annick Grassi mit Frau Ferreira begrüßte sie und ihr Team im zentral gelegenen Ortsteil Lützenhardt. Begleitet wurde Haug von den Freudenstädter Grünen Frank Ritthaler und Lutz Weinbrecht.

 

Auf dem Fußweg nach Tumlingen entlang der Waldach stellte die Bürgermeisterin ihre Gemeinde vor, beginnend an der Waldachbrücke der L398. „Eine Anhebung der Brücke wird von der Gemeinde schon länger angemahnt, um Hochwasserschäden zu verhindern“, so Grassi. „Doch das Land betont, die Brücke sei in gutem Zustand und eine bauliche Änderung nicht vorgesehen.“ Die Gemeinde erbrachte bereits Leistungen zur Renaturierung der Waldach, um die Fließgeschwindigkeit zu reduzieren und Lebensräume für bedrohte Arten zu schaffen. Mit Blick auf die letzten Wochen sind im Hochwasserschutz alle Verantwortlichen sensibler geworden.

„Das neue Rathaus entsteht im Zentrum der Gemeinde im ehemaligen Supermarktgebäude. Mit Mitteln aus dem Ausgleichsstock, dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum und dem Infrastrukturprogramm für Tourismus wird der Umbau mit 2,1 Millionen Euro gefördert. Besonders wird in der Förderung jetzt Wert gelegt auf den Erhalt bestehender Bauwerke, um eine bessere CO2-Bilanz zu erzielen“, erklärt Annick Grassi. „Das ist aus Sicht der Umwelt der richtige Weg“, meint Sara Haug.

Ein Pflegeheim mit vorgelagertem Mehrfamilienhaus inklusive betreutem Wohnen ist ebenso im Bau. „Träger des Vorhabens sind ein örtliches Immobilienunternehmen und ein bekannter privater Pflegeheimbetreiber“, erklärte die Bürgermeisterin. So liegen diese Einrichtungen im Ortskern beim neuen Rathaus und dem Lebensmittelvollsortimenter, der 2021 von der Firma Rentschler eröffnet wurde.

Die vor einigen Jahren sanierte Grund- und Gemeinschaftsschule war die nächste Station. Dort ist auch die Gemeindebücherei untergebracht. Die Schule in Waldachtal ist eine Außenstelle der Gemeinschaftsschule Schopfloch. Die weiterführenden Klassen 5 bis 7 konnten daher erhalten bleiben. Der neue Medienentwicklungsplan der Schule wurde mit einem Förderantrag abgegeben: Für jede Klasse soll ein Satz mit 15 Laptops angeschafft werden. Das erfordert einen Serveraufbau für WLAN in jedem Klassenzimmer.

„Im Jahr 2016 wurde die Renovierung für 1,3 Millionen Euro abgeschlossen“, so Grassi. „Die Solaranlage auf der Schule gehört der Volksbank.“ Flächen werden durch diese Kooperation sinnvoll genutzt, wenn der Gebäudeeigentümer kein Eigenkapital aufbringen kann. So funktioniert aktiver Klimaschutz!

Weitere 163.000 € vom Land und von der Europäischen Union wurden in den neuen Mehrgenerationen-Spielplatz investiert. Dieser wird sehr gut angenommen, davon konnten sich alle vor Ort überzeugen.

Auch die Turnhalle und das Kinderhaus gehören zur Familien-Infrastruktur des Waldachtals. Weitere Kindergärten der Gemeinde gibt es in Lützenhardt unter katholischer und in Salzstetten unter kommunaler Trägerschaft.

Das Kinderhaus Himmelreich wurde 2014 erbaut mit Unterstützung durch die Firma Fischer mit einer Million Euro. Dreißig Kinder von zehn Monaten bis drei Jahren werden hier in der Krippe betreut, 125 Kinder von vier bis sechs Jahren im Kindergarten. Innerhalb der Öffnungszeiten von 7 Uhr bis 17 Uhr sollen eine Mindestzeit von dreißig Stunden und mindestens drei Tage pro Kind belegt werden, damit die Kinder sich dort auch zuhause fühlen. Weitere Zeiten sind buchbar.

Mittagessen wird für die Kinder auch angeboten, was aber räumlich begrenzt ist. Für das Kinderhaus wie auch für den Hort in der Schule soll deshalb eine neue Mensa entstehen. „Doch der Hort mit seinen vierzig Schulkindern wird nicht als Ganztagesschule anerkannt und fällt in der Förderung durch,“ bedauerte Frau Grassi. „Hier besteht Verbesserungsbedarf. Die Geburtenraten steigen. Von 2012 mit 32 Geburten kommen wir jetzt auf fünfzig bis sechzig Geburten im Jahr. Eine neue Waldgruppe im Kinderhaus soll entstehen. Eine eigenständige Mensa würde den Raumbedarf deutlich entspannen.“ Die Grünen betonen, der guten Ernährung sollte von allen Seiten ein höherer Stellenwert eingeräumt werden. „Was Kinder begeistert, nehmen sie mit ins spätere Leben. Hier zu sparen, kostet später im Gesundheitssystem das Mehrfache.“

Die Grünen interessierten sich auch für das örtliche Nahverkehrsnetz. Mit den Ortsteilen Cresbach, Hörschweiler, Lützenhardt, Tumlingen und Salzstetten hat die Gemeinde Waldachtal 6100 Einwohner*innen, über die Region hinaus bekannt ist die Firma Fischer Group als Weltmarkt-Champion für Dübel. Bisher bestand laut Bürgermeisterin Grassi eine gute Verkehrsanbindung, „auch Dank der Firma Schweizer Reisen, die ihren Sitz vor Ort hat. Die jetzt durch den Kreis erlassenen Veränderungen müssen noch auf den Prüfstand.“ Im ländlichen Raum ist eine gute Verkehrsanbindung lebensnotwendig.

Fazit: Bei der Förderung von Kindern und Senioren ist die Gemeinde auf sehr gutem Weg und bleibt am Ball

 

Bericht: Lutz Weinbrecht / Vera Naumann

 

Sara in Freudenstadt

Nachhaltigkeit und Innovationsgeist im Campus Freudenstadt

 

Freudenstadt. Am 7. Juli besuchte Sara Haug, die Bundestagskandidatin der Grünen, den Campus Schwarzwald. Der Geschäftsführer Stefan Bogenrieder hatte in der Physikerin eine aufmerksame und neugierige Zuhörerin.

Übergeordnetes Ziel des Campus ist, die Firmen der Region und die Wissenschaft zusammenzubringen. Mit der Universität Stuttgart und der Hochschule Pforzheim laufen "Digitalisierte und nachhaltige Wertschöpfung" im Masterstudium Maschinenbau bzw.  berufsbegleitende Angebote wie „Smart Systems Engineering“ oder „Innovationsmanagement“. Auch das Fraunhofer Institut ist mit beteiligt. Die Unternehmen der Region stemmen den Großteil der Finanzierung und stellen auch Dozent*innen.

„Es ist schwierig, von der Politik im ländlichen Raum wahrgenommen zu werden“, stellt Bogenrieder dar. Sichtbar stolz zeigte Herr Bogenrieder „seinen“ Campus und führte durch die hellen, offenen Seminar- und Arbeitsräume. Spannend ist die Arbeit an digitalen Zwillingen der von verschiedenen Firmen in der Halle aufgebauten Maschinen. Sie können z.B. vor der Inbetriebnahme kontrolliert werden und Metadaten liefern. Große Themen sind Ultraeffizienz (kein Abfall, keine Emissionen, kein Lärm), Energie (Wie wirkt sich die Energiewende aus?), Material, Kreislaufwirtschaft, Künstliche Intelligenz, selbstlernende Systeme, Gebäudevernetzung und Sicherheit.

Der Campus beteiligt sich auch an Forschungsprojekten: Grüner Wasserstoff aus Holzabfällen, Lignin (Holz) für Kunststoffindustrie, Massentauglichkeit von Brennstoffzellen; Transferzentrum 5G für kleinere und mittelständische Unternehmen. „Die Vielfalt der Themen ist beeindruckend. Gerade das Thema Grüner Wasserstoff wird aus meiner Sicht in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. Als Physikerin ist mir die Umstellung auf erneuerbare Energien sehr wichtig. Wenn man auch im Winter bei geringem Wind eine erneuerbare Energieversorgung sicherstellen will, könnte Wasserstoff eine Lösung sein. Ich bin sehr gespannt, wie sich das Projekt entwickelt“, erzählte Sara Haug.

Die großzügigen Räume werden auch an Start-Ups vermietet, die können das Labor nutzen und Kontakt zu den beteiligten Firmen knüpfen. Auch an eine Zusammenarbeit mit Schulen ist gedacht, um das Interesse für naturwissenschaftliche Fächer zu fördern.

Sara Haug zeigt sich begeistert von so viel Engagement für eine nachhaltige Zukunft und nimmt den Auftrag mit, für Anerkennung und Unterstützung zu sorgen.

 

Bericht: Esther Kiessling / Vera Naumann

 

Sara in Simmersfeld

Lampenfieber statt Dachschaden

 

Endlich wieder lachen, endlich wieder Publikum! Nach dem verheerenden Orkanschaden 2019 und einem Jahr Corona-Sperre finden beim „Regionentheater aus dem schwarzen Wald“ nach langer Zeit der Unsicherheit wieder Vorstellungen statt. Die Bundestagskandidatin von Bündnis 90/Die Grünen Sara Haug sprach darüber mit Andreas Jendrusch, dem geschäftsführenden Intendanten des Theaters.

 

Bis zu dreißig Schauspieler*innen arbeiten an den vielfältigen Projekten des Theaters mit. Das Ensemble probt in den Räumen der Kulturwerkstatt Simmersfeld. Ein Zweig ist auch das Kindertheater. Kooperationen mit Schulen, Gemeinden und dem Tourismus verbinden die Geschichten auf der Bühne mit dem Leben der Zuschauer*innen.

Durch die seit 2020 andauernde Corona-Situation war die Planung bisher eine Berg- und Talfahrt mit laufend neuen Herausforderungen. Dies hat auch dazu geführt, dass Mitglieder aufgrund der Ungewissheit der Veranstaltungen und der nicht vorhandenen Planungssicherheit zeitweise keine Auftritte mehr planen. Zudem machen die verschiedenen Regelungen der Bundesländer dem Tourtheater auf seinen Vorstellungsreisen zu schaffen.

Jendrusch ist Mitglied im Landesverband freier Tanz- und Theaterschaffenden. In Zusammenarbeit mit dem Landkreis hat er an einem Förderantrag des Landratsamts mitgewirkt. So konnten für „kultur.land.kreis Calw“ insgesamt 100.000 € aus Bundesmitteln für Kulturarbeit in den Landkreis fließen. Neben einer kleinen institutionellen Förderung durch den Landkreis Calw finanziert sich das Theater zum größten Teil aus eigenen Mitteln. Die Fixkosten für Material und Transport sind erheblich. Zum Proben werden Schauspieler*innen in Simmersfeld untergebracht.

Kultur als weicher Standortfaktor ist hart von Kürzungen betroffen. Langsam beginnt wieder der Austausch mit der Politik. Aller Widrigkeiten zum Trotz laufen vielversprechende kleine Projekte wieder an. So freut sich das Ensemble auf viele kleine und große Helden wie Pumuckl und Loriot oder auf „Das Ende vom Anfang“, eine Komödie von Jean O’Casey. Premiere ist am 24. September, dem Freitag vor der Bundestagswahl. „Ich freue mich sehr, dass das Regionentheater wieder seine Planungen aufnimmt. Die Kultur musste seit einigen Monaten viel auf sich nehmen. Umso wichtiger ist es, dass Menschen aus diesem Bereich von Politik und Gemeinschaft unterstützt werden, damit weiterhin Theater, Kino und Konzerte möglich sind“, fasst Sara Haug ihr Anliegen zusammen.

 

Bericht: Wolfgang Biegel / Vera Naumann

 

Sara in Enzklösterle

Dorfurlaub und Heidelbeeren

 

Der Bürgermeister, die Tourismus-Leiterin und der Heidelbeer-Experte stemmen sich mit allen Kräften gegen die Einbußen durch Corona: Immerhin erreichte das Heidelbeer-Dorf Enzklösterle etwas über die Hälfte der angestrebten Übernachtungen in 2020.

 

Sara Haug, die Kandidatin von Bündnis 90/Die Grünen für die Bundestagswahl, besuchte die Verwaltung der Gemeinde Enzklösterle. Sascha Dengler, der ehrenamtliche Bürgermeister, Hannah Winz als Leiterin der Tourismus-Information und Toni Gubser aus dem Leitungsteam des Heidelbeerhauses sprachen mit ihr über den Tourismus in der Region, speziell über das Projekt Dorfurlaub.

Bürgermeister und Bundestagskandidatin stellten erheitert fest, dass sie auf ähnliche Weise die Balance halten müssen zwischen zwei Aufgabengebieten: Dengler ist im Hauptberuf Polizist und arbeitet an drei Tagen im Polizeirevier Pforzheim, so bleiben zwei Tage für die Gemeinde – ehrenamtlich. Ebenso teilt Sara Haug ihre Woche auf zwischen Masterarbeit und Gemeinderat sowie Wahl-Kandidatur.

Einbußen kompensieren – Dorfurlaub ausbauen

Im Gespräch ging es um die Einbußen, die der Tourismus wegen Corona hatte. Veranstaltungen konnten nur in kleinem Rahmen stattfinden. Der Fehlbetrag bei der Gewerbesteuer wird sich erst in eineinhalb Jahren auswirken.

Umso wichtiger ist es, die Tourismusregion Schwarzwald zu stärken. Der ländliche Raum gewinnt vor allem für inländische Touristen an Attraktivität, weil die Leute – insbesondere Familien mit kleinen Kindern – lieber in Deutschland bleiben, als sich auf unsichere Pandemie-Regeln für Rückkehrer einzulassen. Im Projekt Dorfurlaub kooperieren 21 Schwarzwald-Gemeinden miteinander und bieten hier einen gemeinsamen Standard mit regionalen Angeboten. Enzklösterle ist seit 2019 dabei.

Mit guter Luft und sattgrüner Landschaft, Wanderungen für Groß und Klein sowie kulinarischen Highlights kann die Region punkten. „Ich bin beeindruckt, wie viel die Gemeinde Enzklösterle für den Tourismus macht“ meint Sara Haug. Auch Wintersport ist ein Thema. In der Gemeinde gibt es mehrere Skilifte, Loipen und einen großen Skiverein. Das wirft allerdings Fragen auf nach der Mobilität: Deswegen ist ein großes Thema der Gemeinde auch der ÖPNV. Die letzten Busse fahren am Wochenende schon am frühen Abend. Das schränkt Aktivitäten der Besucher*innen erheblich ein und zwingt zum Individualverkehr. Man hätte gerne einen regelmäßigen Rundbus, der Freudenstadt, Bad Wildbad und den Nationalpark miteinschließt. „Der Ausbau von Bus- und Bahnnetzen ist eines meiner Hauptanliegen. Gerade im ländlichen Raum müssen Alternativen vorhanden sein. Da die Finanzierung für Gemeinden und Kreise eine große Hürde ist, sehe ich hier den Bund an der Reihe, den öffentlichen Verkehr im ländlichen Raum stärker zu fördern“ sagt Sara Haug.

Jeder Gast erhält bei seinem Aufenthalt vom Gastgeber die Schwarzwald-Gästekarte. Die Nutzung von KONUS ist für Gäste kostenlos und beinhaltet die Nutzung vieler Strecken und Routen des öffentlichen Nahverkehrs im Schwarzwald. Darüber hinaus erhält man bei vielen Veranstaltungen und Einrichtungen Ermäßigungen oder sogar kostenlose Eintritte.

 

Bericht: Wolfgang Biegel / Vera Naumann

 

Sara in Calw

Calw im Strukturwandel – eine Bundestagskandidatin zu Besuch in der „Naturstadt“

 

Ein Gespräch des Oberbürgermeisters Florian Kling mit der grünen Bundestagskandidatin Sara Haug

Kommunen stark zu machen, damit sie Klimaschutz sozialverträglich umsetzen können, hat für Sara Haug (Bundestagskandidatin des Bündnis 90/Die Grünen für den Wahlkreis Calw-Freudenstadt) Priorität. Im Rahmen ihrer Wahlkampftour besucht sie dabei so viel wie möglich Menschen, Institutionen, Unternehmen wie z.B. börlind, oder auch Bürgermeister*innen. Um ihren Wahlkreis bestmöglich vertreten zu können, möchte sie sich vor Ort über die Vielzahl der Ansichten über politisches Handeln in Zeiten der Energiewende informieren – selbstredend auch in der Kreisstadt Calw.

Haug traf sich mit dem Oberbürgermeister Florian Kling, um einen direkten Einblick in Calws „Klimabaustellen“ zu bekommen. Natürlich wurden auch aktuelle Themen wie die Coronakrise oder die Digitalisierung der Schulen besprochen. Kling fordert: „Förderanträge müssen unkomplizierter werden. Die komplexen und aufwendigen Verfahren verhindern oft die Nutzung der Fördermittel. Corona hat doch gezeigt, dass es auch unbürokratischer geht!“ So wurde im letzten Jahr mit Mitteln aus dem Digitalpakt Schule für alle Schulen in Calw Endgeräte besorgt, während der Glasfaseranschluss der Schulen nur ohne Förderung schnell und unkompliziert umgesetzt werden konnte. Der Zugang zur Bundesförderung wurde auf Grund von Corona erleichtert, die Breitbandförderung leider nicht. Zudem plädiert Kling dafür, dass Bund und Land grundsätzlich lieber die Kommunen finanziell besser ausstatten sollen, anstatt viele neue Förderprogramme aufzulegen.

In seiner bisher kurzen Amtszeit hat der Oberbürgermeister in der kommunalen Praxis bereits den Klimaschutz vorangetrieben.  So möchte Kling Calw als „Kommune für biologische Vielfalt“ (www.kommbio.de) etablieren und, im wahrsten Sinne des Wortes, „frische Luft in die Innenstadt“ bringen. So hat die Innenstadtarbeitsgruppe 1,35 Millionen Euro an Förderung für die Umgestaltung des Stadtgartens zugesagt bekommen. Dort soll es dann auch CO2-Sensoren geben, um die Luftqualität zu überwachen. Weiterhin arbeiten Mitarbeiter*innen Klings an einem Radwegekonzept, um den Fahrradverkehr zu stärken. Auch kleinere Projekte wie Blühstreifen im Stadtgebiet werden nicht vernachlässigt.

„Wir wollen die CO2-Emissionen nachhaltig verringern“, betonte Kling und gab Haug einen Einblick in aktuelle Maßnahmen. Mit der Gründung des Unternehmens „Schwarzwald Power“ konnte zum Beispiel das Ökostrom-Angebot der Stadtwerke erweitert werden. Über dieses Unternehmen sollen Photovoltaikanlagenbetreiber auch nach 20 Jahren ihren Strom weiter einspeisen können. Darüber hinaus werden die 1300 Hektar Wald seit diesem Jahr von einem stadteigenen Förster bewirtschaftet, der als Betriebsmodell die Grundsätze der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäßer Waldwirtschaft einführt. „Ich wollte einen Förster für den Umbau – damit unser Wald ökologisch und ökonomisch nachhaltig wird“, sagte Kling, der dafür den Rat des bekannten Försters und Autors Peter Wohlleben einholte. Ein stadteigener Förster bedeute dabei auch: Kürzere Entscheidungswege zu Kling und dem Umweltbeauftragten.  

Haug zeigte sich erfreut über die vielfältigen Maßnahmen hin zu einer klimafreundlicheren Kommune. „Es ist schön zu sehen, wie an vielen Stellen gearbeitet wird, um Klimaschutz voranzubringen“, sagte Haug zum Abschied.

 

Bericht: Karl Richter / Vera Naumann

 

Sara in Gechingen

Jugendarbeit macht umweltbewusst

 

Grüne Bundestagskandidatin Sara Haug im Gespräch mit dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Kreistag Joe Schwarz

Besuch vor Ort an einem denkwürdigen Platz: Sara Haug traf Johannes „Joe“ Schwarz auf dem Weg Richtung Jungscharplatz oberhalb von Gechingen, wo der Grüne Fraktionsvorsitzende des Calwer Kreistags aufgewachsen ist. Als Jungscharleiter war er in Gechingen über zehn Jahre aktiv, ebenso als Betreuer auf Freizeiten des Kirchenbezirks, zum Beispiel Zeltlager in den Vogesen.

Auch Sara Haug hat mehrere Jugendfreizeiten mitgestaltet und in Fortbildungen Jugendliche zu Mitarbeiter*innen ausgebildet: „Beim Zelten mit Jugendlichen ist man ständig in der Natur. Im Sommer waren wir jedes Jahr für zehn Tage am Meer. Die gemeinsamen Gespräche über Gott und über das Leben sind prägende Eindrücke für die Jugendlichen, die sie ihr ganzes Leben lang begleiten. So war es auch für mich, als ich noch Teilnehmerin war.“

Kirche und Ehrenamt verbinden Joe Schwarz und Sara Haug seit langem: In der Vesperkirche in Tübingen hat sie zehn Jahre mitgearbeitet, in Rottenburg ist sie seit drei Jahren dabei.

Joe Schwarz hat die kirchliche Umweltinitiative „Grüner Gockel“ auf Landesebene mitentwickelt und ist heute Mitglied im Umweltteam des Kirchenbezirks. Seit 17 Jahren ist er Abgeordneter im Kreistag, jetzt als Fraktionsvorsitzender, und kandidierte dieses Jahr zum zweiten Mal für die Landtagswahl. Klimathemen liegen ihm besonders am Herzen. Im Beruf Freier Architekt will Joe Schwarz im Kreistag die energetische Sanierung von Gebäuden vorantreiben und plädiert generell für nachhaltiges und vorausschauendes Bauen, z. B. am Landratsamt oder bei den Krankenhäusern.

Auch eine umweltfreundliche Verkehrspolitik ist Schwarz wichtig und erinnert sich an unzählige Sitzungen und Gespräche, bis die Hermann-Hesse-Bahn beschlossen war. Von Anfang an arbeitete Schwarz im Finanzausschuss des Kreistags mit, wo sein Grundsatz lautet: „Schulden nur für echte Zukunftsthemen“. Mittlerweile hat er viel Erfahrung gesammelt. Davon profitiert seine Arbeit als Kreisrat, und er gibt auch gerne an den grünen Nachwuchs weiter, was er in den letzten Jahren in der Politik und im Ehrenamt gelernt hat. „Meine wichtigste Botschaft an die junge Generation lautet: mit Geduld und langem Atem kann man wirklich was erreichen“.

Diese Geduld braucht man auch, wenn man auf einer Jugendfreizeit gruppendynamische Prozesse moderiert – das ist immer eine Herausforderung für das Leitungsteam und für das Einüben demokratischer Entscheidungsprozesse unschätzbar wertvoll.

Sara Haug ist nun seit zwei Jahren im Rottenburger Gemeinderat und kandidiert jetzt für die Bundestagswahl.

Bericht: Sara Haug / Vera Naumann

Sara in Ostelsheim

Unsre Bundestagskandidatin Sara Haug zu Besuch bei der Kirchengemeinde Ostelsheim

 

Hoch unterm Dach der Ostelsheimer Kirche nisten Falken. Auch Mauersegler, Stare und sogar Fledermäuse können unterm Kirchendach Schutz finden. Das denkmalgeschützte Gotteshaus ist Teil der Umweltinitiative „Grüner Gockel“ und hat sogar einen Nachhaltigkeitspreis für das Falken-Habitat gewonnen, wie Sara Haug bei ihrem Besuch am 16. Juli 2021 erfuhr.

 

Kerzen aus Raps, nachhaltige Geschenke, fair produzierte Pflastersteine – ökologisches Umweltmanagement ist in der Kirche angekommen. Die Gemeinde Ostelsheim hat immer wieder eine Alternative zu herkömmlichen Produkten gesucht und gefunden, erklärt Heike Ehmer-Stolch. Kerzen bestehen meist aus Stearin oder Paraffin (also Bestandteilen aus Erdöl und aus dem Tagebau). Es geht auch anders: Für die Kerzen aus Rapswachs hat die Kirchengemeinde eigene Gussformen, um die Kerzen aus den kleinen Rapswachsperlen herzustellen.

 

Die Initiative Grüner Gockel bewirkt ökologische Änderungen in der Kirche. Evangelische wie katholische Gemeinden und ebenso Institutionen wie diakonische Einrichtungen oder Tagungshäuser können daran teilnehmen. Christ*innen sprechen in ihrem Glaubensbekenntnis von Gott als dem Schöpfer – die Gemeinde will dieser Verpflichtung ganz konkret nachkommen. So steht selbst die Nächstenliebe im Zeichen des Umweltbewusstseins: Auch bei Geschenken wird auf fairen Handel geachtet. Die Schöpfung zu bewahren ist ein ur-grünes Anliegen, natürlich gibt es im Kirchgarten insektenfreundliche Pflanzen.

 

Angelehnt an die EMAS-Richtlinie für Unternehmen wurde für Kirchen ein Katalog möglicher Maßnahmen entwickelt, anhand dessen die ökologischen Ziele immer wieder für den Grünen Gockel überprüft werden. Einige Punkte treffen nicht für alle Kirchen zu, zum Beispiel kann die Beschaffung von nachhaltig produziertem Spielzeug nur in einem gemeindeeigenen Kindergarten eingerichtet werden. Allerdings wurden von insgesamt zehn Punkten bereits acht umgesetzt, die zwei übrigen sind auf Ostelsheim nicht anwendbar.

 

Die Turmfalken kann man übrigens beim Nisten beobachten, die Kirchengemeinde hat dafür bei der Initiative Nachhaltig.N den 3. Preis gewonnen und dafür eine Webcam angeschafft, die Bilder von den Falken und ihrem Nachwuchs via Internet sendet.

 

Sara Haug fand viele gemeinsame Anknüpfungspunkte mit dem Pfarr-Ehepaar. Im Sinne von Franz von Assisi reicht es nicht, nur „mitzumachen“, sondern man muss die ureigensten Anliegen erkennen und sie auch aktiv vorantreiben. Dabei geht es nicht nur um Investitionen. Es gibt neben dem Geld eben auch Werte, die sich anders messen lassen. Wenn andere mit unseren Handlungen nicht belastet werden, entsteht Wert. Pfarrer Jochen Stolch hat ein Buch darüber geschrieben: „Die 10 Gebote – ausgelegt für das 21. Jahrhundert. Schöpfungstheologisch, ökologisch, soziofair“. Sara Haug hat es gekauft und findet die Lektüre sehr spannend.

 

Bericht: Sara Haug/Vera Naumann

 

Sara in Alpirsbach

Es klappert die Mühle – Sara Haug in Ehlenbogen

„Energiewende jetzt!“, fordert Sara Haug, die hiesige Bundestagskandidatin der Grünen, und besuchte ein kleines Wasserkraftwerk in Alpirsbach-Ehlenbogen.

Die 300 Jahre alte Säge war in die Jahre gekommen. Aus Tradtionsbewusstsein und dem Wunsch, den Kindern ein Stück Eigenversorgung zu hinterlassen, gründeten acht Ehlenbogener Familien die Hänslesbauernsäge Stromerzeugung GBR und konnten 2013 die liebevoll restaurierte Säge einweihen.

„Einfach war es nicht“, so berichtet Martin Engisch vom Bachbauernhof in Ehlenbogen, „die Nachbarn zusammenzubringen, das Gebäude zu restaurieren, die neue Mühlentechnik aufzutreiben und vorzufinanzieren, mit den Verordnungen zu kämpfen und Genehmigungen einzuholen“. Gelohnt hat es sich allemal. Entstanden ist ein Schmuckstück, das alte Schwarzwälder Handwerkskunst und neue Technologie verbindet, nebenbei Strom produziert (zwischen 60.000 und 70.000 kWh/Jahr), und den Holzbauern ermöglicht, ihr eigenes Holz sägen zu können. Aber dieses „Männerprojekt“ hat die Nachbarschaft zusammenwachsen lassen. 2022 wird sich die Anlage amortisiert haben. Trockene Sommer mit wenig Wasser in der Kinzig lassen aber das Wasserrad stillstehen, da wird kein Strom produziert. Die Fischtreppe und der restaurierte, ganzjährig fließende Mühlenkanal bieten gewachsene Biotope. Auch die liebevoll zusammengestellten Foto-Dokumente zeugen vom kulturellen Wert der Anlage.

„Natürlich gibt es Reibung zwischen Naturschutz und Klimaschutz“, da waren sich Martin Engisch und Sara Haug einig. „Aber mich beeindruckt bürgerschaftliches Engagement, das nicht darauf wartet, dass der Staat alleine die Herausforderungen der Klimakrise angeht. Das ist auch wichtig beim Umbau der Stromversorgung auf viele kleine Windräder. Wir müssen die Energiewende von beiden Seiten gestalten: von der Politik auf der einen Seite, von allen Bürgerinnen und Bürgern auf der anderen“, so Sara Haug und ließ sich noch mit auf den Weg geben, dass die Politik endlich klare Verordnungen beschließen muss, damit solche Projekte auch andernorts mit viel Engagement und Eigeninitiative vorangetrieben werden.

Bericht: Sara Haug

 

Sara in Bad Wildbad

Von gemeinsamen Werten getragen – Sara Haug trifft sich mit dem Netzwerk für Wertevielfalt im Nordschwarzwald

 

Auf ihrer Rundreise durch die Wahlkreise Freudenstadt und Calw traf sich die grüne Bundestagskandidatin Sara Haug am Mittwoch mit Mitgliedern von Menschen Miteinander / Interkultureller Garten Oberes Enztal. Förderung von Integration, sozialer Vielfältigkeit und friedlichem Zusammenleben sind auch für sie lebensbestimmende Werte. Und so war sie sehr gespannt, wie in Bad Wildbad und Umgebung diese Anliegen mit Leben gefüllt werden. Außerdem ist der Verein tragendes Mitglied im Netzwerk für Wertevielfalt im Nordschwarzwald, einem Zusammenschluss von Organisationen und Vereinen im Nordschwarzwald, die sich für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen in der Region im Rahmen einer demokratischen Gesellschaft einsetzen.

Hubertus Welt, Vorstand des Vereins und des Netzwerkes, zeigte als Einstieg den kürzlich erstellten Filmspot: Vereinsmitglieder benennen, was ihnen wichtig ist, beeindruckend in der Kürze der Aussagen und der Unterschiedlichkeit der Mitmachenden (https://youtu.be/ilKB_hpM5ig). Auf die Frage, wo sie sich verortet sehen, kam die Antwort: „Ich bin Weltbürgerin!“

So kam man gleich ins Gespräch: über die Anfänge, einen rechtsradikalen Treffpunkt in Bad Wildbad zu verhindern, über die Flüchtlingsarbeit (800 Geflüchtete in 2 Häusern), Integrationshilfen, Unterstützung bei der Jobsuche, bei Arztbesuchen. 30 Menschen gründeten 2017 den Verein, mittlerweile gibt es 50 Mitglieder. Wichtig ist allen, Orte der Begegnung zu schaffen und die Vielfalt zu genießen, Themen aufzunehmen und Gelegenheiten wahrzunehmen. So veranstaltete man internationale Tafeln, Kochkurse, Konzerte, Ausstellungen, beteiligte sich am Kinderferienprogramm. Die internationale Frauengruppe, die kreativ nähte, strickte, häkelte und kochte, war bis zu den Coronaeinschränkungen aktiv.

Überhaupt hat Corona vieles lahm gelegt. Aber jetzt ist wieder mehr möglich: Im Juli läuft eine Ausstellung „Unkorrekte Cartoons. Mit Behinderungen ist zu rechnen“ von Phil Hubbe. Alle Bundestagskandidat*innen wurden zu einer Online-Diskussion „Neue Grundrechte in der EU“ für den August eingeladen. In Zusammenarbeit mit Gemeinden bietet der Verein Zukunftswerkstätten an. „Wie wollen wir 2050 miteinander leben?“ wurde bereits in Enzklösterle und Höfen durchgeführt und nachhaltige Konzepte entwickelt. Hierbei gab es natürlich einige Überschneidungen zu Sara Haugs politischen Konzepten. Eifrig wurde über ihr Herzensprojekt „Zufallsbürger*innenräte“ diskutiert, bei denen zufällig ausgewählte Bürger*innen auf politische Entscheidungen Einfluss nehmen können. Die Beschlüsse eines solchen Zufallsrates sind Empfehlungen an die Politik. So fand dieses Jahr auf Bundesebene bereits der Rat zu „Deutschlands Rolle in der Welt“ statt und erst diese Woche hat der Klimazufallsrat seine Ergebnisse vorgelegt. „Nun müssen die Empfehlungen auch in die Tat umgesetzt werden. Ich sehe eine große Chance darin, dass die Menschen zufällig ausgewählt wurden. So sagen viele: ‚ich hätte ja auch ausgewählt werden können‘ und die politischen Entscheidungen erhalten eine deutlich höhere Akzeptanz“.

Sara Haug zeigt sich beeindruckt ob der Vielfalt der Ideen und Projekte und der Tatkraft der Mitglieder und verspricht, wenn sie gewählt wird, in den Verein einzutreten.

Bericht: Sara Haug

 

Sara in Pfalzgrafenweiler

Wärme, Strom, E-Mobilität. Unsere Bundestagskandidatin Sara zu Besuch bei der Weiler Wärme

 

5 zu 0“, riefen sich die zwei Vorstände Siegfried Neub und Martin Bernhardt und Aufsichtsratsvorsitzender Reinhold Möhrle zu und ernteten fragende Blicke der kleinen Gruppe um Sara Haug, Bundestagskandidatin der Grünen, die zu Besuch bei der Weiler Wärme waren. „Gestern war zum fünften Mal Stromausfall für alle in Pfalzgrafenweiler, die nicht von der Weiler Wärme ihren Strom beziehen. Wir sorgen für sicheren, sauberen Strom“.

Bioenergiedorf darf sich Pfalzgrafenweiler nennen, den European Energy Award haben sie erhalten, stolz sein kann Pfalzgrafenweiler auf seine Bürgergenossenschaft und deren unerschrockene Akteure, die immer wieder ausloten, was machbar und umsetzbar ist. Sie denken Wärme, Strom und E-Mobilität zusammen. Pfalzgrafenweiler spart so 6600 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ein und erreicht heute schon die Ziele der Pariser Klimakonferenz.

37 km lang ist das Wärmenetz in der Zwischenzeit, von Durrweiler bis Bösingen, von Kälberbronn bis Herzogsweiler. Fast 1000 Mitglieder sind beteiligt, über 660 Haushalte sind angeschlossen und erhalten Wärme und Strom aus Holzheizkraftwerken und Photovoltaik. „Unsere Schwaben gucken aufs Geld. Wir dürfen nicht teurer als andere Anbieter sein“, so Martin Bernhardt, Finanzvorstand der Weiler Wärme. Siegfried Neub erzählt anschaulich von den vielen kleinen und großen Hürden, die in der 13-jährigen Geschichte der WeilerWärme zu bewältigen waren und zu WeilerStrom und WeilerMobil führten. Die Auseinandersetzung mit Netze BW zehrte viele Kräfte auf, endlich war nach EU-Recht klar, dass in einem räumlich zusammenhängenden Gebiet eine Stromanlage gebaut werden darf und Firmen und Privatleute an Eigenstrom angeschlossen werden dürfen. Und auch das Förderprogramm für E-Ladesäulen war äußerst umständlich. Inzwischen sind 20 ganz unterschiedliche E-Fahrzeuge und mehrere Ladesäulen verfügbar.

Sara Haug zeigte sich begeistert: „Unternehmen wie die Weiler Wärme zeigen, wie es in Zukunft gehen muss: alle drei Bereiche Wärme, Strom und Verkehr werden zusammen gedacht. Wärme und Strom müssen in Zukunft überall dezentral erzeugt werden. So kann Energiewende gelingen!“ Die Vertreter der WeilerWärme mahnten von der Politik mehr Unterstützung regionaler Initiativen an und Förderung der Holzgastechnik, die noch zu teuer in der Umsetzung ist.

Beim anschließenden Besuch des neuen Heizhäuschens, das Durrweiler versorgt, staunte die Besuchsgruppe über die saubere Verbrennung der vorgetrockneten Holzschnitzel und der wertvollen Asche, die als Düngemittel zertifiziert wird. Auch hier war man sich einig: „Verwerten vor Entsorgen“ muss als Richtschnur in der Politik gelten. Kreislaufwirtschaft und regionale Wertschöpfung müssen Vorrang haben.

Bericht: Sara Haug

Sara in Seewald

Klimaschutz und Ertragssteigerung – kein Widerspruch im Hof Sonnenwald

 

Sara Haug, unsere Bundestagskandidatin von Bündnis 90/die Grünen tourt fleißig durch den Wahlkreis mit dem Ziel, alle Kommunen mindestens einmal besucht zu haben. Am 23.6. war die Kommune Seewald an der Reihe. Dort besuchte Sara gemeinsam mit zwei Grünen Mitgliedern aus dem Landkreis den „Hof Sonnenwald für regenerative Agrikultur“.

Wie das oft so ist in der Landwirtschaft: eine Maschine muss zum Laufen gebracht werden. Und so führte zunächst Elisabeth Feneis, zuständig für die Viehhaltung auf dem Hof, durch die Ställe: Schwarzwälder Hinterländer-Rinder, im Laufstall und auf der Wiese, putzige Schweine (Mischlinge aus 7 alten Schweinerassen) in Freilandhaltung, Hühner im Hühnermobil, Elisabeth Feneis erklärte holistische Weidewirtschaft, zeigt Laubheutrocknung und den fahrbaren Melkstall.

Dann konnte Paul Hoffmann aus dem Kernteam des Hofes übernehmen und die  Besonderheiten der regenerativen Agrikultur erläutern: „Wir wollen unsere Äcker verlebendigen durch Minimalbodenbearbeitung, Flächenrotte, Komposttee, Unterbodenerschließung durch nichtwendende Tiefenlockerung und Herstellung eigener Holzkohlendüngung.“

Die Besichtigung des Hofes führt an Agroforstsystemen vorbei, die dadurch gekennzeichnet sind, dass Landwirtschaft und Forstwirtschaft auf einer Fläche kombiniert werden. Immer abwechselnd gibt es einen breiten Streifen zur Agrikultur, der mechanisiert bewirtschaftet werden kann, und einen Streifen mit Bäumen und insektenfreundlichen Blumen. Die Baumreihen bestehen aus nahrhaften Wildobststrauchreihen, Obst- und Nussbäumen, Werthölzern sowie schnellwachsenden Pioniergehölzen. Die Baumpflanzungen erweitern die Lebensräume durch Ausdehnung in Höhe und Tiefe und verändern das Bodenleben. So unterstützen Pilze den Nährstofftransport im Boden. Und auch die Universitäten sind interessiert an diesem Modell. So arbeitet Paul Hoffmann immer wieder an Forschungsprojekten mit der Uni Hohenheim.

 

Weiter verlief die Geländeführung durch Gemüsefelder mit einer Vielzahl unterschiedlicher Kulturen, die regenerativ bewirtschaftet werden. „So spielen vielfältige Fruchtfolgen, Gemengeanbau, Untersaaten und Zwischenfrüchte eine elementare Rolle.“, weiß Paul Hoffmann. Der Gemüseanbau ernährt die 80 Menschen der Hofgemeinschaft und soll erweitert werden, damit auch Mitglieder von außen im Rahmen einer solidarischen Landwirtschaft Gemüsekisten abholen können.

 

Weiterhin gibt es auf Hof Sonnenwald die kleine Baumschule. Hier werden 30 Tafelapfelsorten und 20 Mostapfel- und Mostbirnensorten mit guten Resistenzen gezogen, die zu Sonnenhof-Apfelprosecco verarbeitet werden sollen.

 

Beim anschließenden Gespräch im Gewächshaus, das Schutz vor dem einsetzenden Regen bot, wurde darüber gesprochen, wie der Aufbau nachhaltiger Landnutzungen gelingen kann und wie hierbei die Politik unterstützen kann. Für Sara Haug, die aus der Physik kommt, war dieser Einblick in die klimaschützenden Möglichkeiten der Landwirtschaft von größtem Interesse: „Es ist spannend zu sehen, wie gerade das Agroforstmodell für mehr Artenvielfalt sorgt, aber gleichzeitig keine Nachteile im Ertrag beinhaltet – im Gegenteil“. Alle waren sich einig, wie wichtig solche Innovationen sind, und wie wichtig es ist, bürokratische Hürden abzubauen und Erfolgsmeldungen weiterzutragen.

Bericht: Sara Haug

Sara in Neubulach, Bad Liebenzell und Althengstett

Gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinderat und Verwaltung

Lokale Projekte und ökologisches Bauen im Neubaugebiet

Gute Aussichten für die Kandidatin Sara Haug: Vom Wasserturm in Neubulach überblickt man weite Teile des Landkreises, in dem die Physikerin für Bündnis 90/Die Grünen zur Bundestagswahl antritt. Bei ihrem Besuch in Bad Liebenzell, Neubulach und Neuhengstett wurde sie jeweils von Grünen Gemeinderäten vor Ort begleitet, die einen Einblick in die lokale Politik gaben. 

 

Tomaten stehen neben Zwiebeln, Kartoffeln sind neben Lauch angepflanzt: Der Permakulturgarten in Bad Liebenzell-Maisenberg Zainen wurde vor einem Jahr zum ersten Mal bebaut. Erich Grieshaber und Ingrid Seilacher berichten, dass sich hier regelmäßig ein Dutzend Bürger*innen die Arbeit teilen. Ein Wassertank wurde aufgestellt und ein Unterstand aus heimischem Holz gebaut. Die blühende Insektenwiese bietet auch den bestäubenden Insekten für verschiedene Obstbäume eine Heimat. Geplant ist nun auch eine Aktion für Familien aus Maisenberg.

Im Gespräch mit dem Fraktionsvorsitzenden Dietmar Lehmann-Schaufelberger argumentierte Sara Haug ein weiteres Mal gegen den Ausbau der B463. Ebenso hatte sich auch der Gemeinderat schon mehrheitlich gegen den dreispurigen Ausbau der Bundesstraße ausgesprochen. Haug lobte die Kooperation der starken Aktionsgruppe aus SPD, Grünen, NABU, BUND und einigen weiteren Akteuren.

Bei ihrem Besuch in Neubulach besichtigte Haug den Wasserturm in Liebelsberg. Vor 50 Jahren gebaut und 30 Meter hoch, versorgt dieser Teile von Liebelsberg. Der Turm verstärkt den Leitungsdruck, sodass das Wasser in jede Wohnanlage fließen kann. Am Wasserturm startet der Premiumwanderweg zur Wolfsgrube. Seit der Corona-Pandemie war hier ein großer Ansturm an Besuchern zu verzeichnen, was leider auch zu viel Müll führte, auch wenn regionale Ausflüge sehr zu wünschen sind.

Ein Thema mit den beiden Gemeinderäten Andreas Kubesch und Björn Ahsbahs war die Landwirtschaft. Diese ist in Neubulach traditionell geprägt und Regionalität wird sehr geschätzt. Dafür sprach sich auch Sara Haug aus. Die Bäuerinnen und Bauern könnten in Zukunft durch eine Projektförderung gestärkt werden, indem zum Beispiel die regionale Vermarktung durch den Bund unterstützt wird. Außerdem darf es nicht sein, dass Bäuerinnen und Bauern, die ihren Stall erneuern wollen, nur dann Fördergelder bekommen, wenn der Stall eine bestimmte Mindestgröße hat.

Beim Besuch in Neuhengstett traf Sara Haug den Ortsvorsteher Gerhard Dietz und den Gemeinderat Philipp Jourdan. Grüner Fortschritt ist im Neubaugebiet zu besichtigen: So wird zum Beispiel Regenwasser in einer Zisterne gesammelt und kann danach nochmal zur Toilettenspülung oder zum Bewässern des Gartens verwendet werden.  Dies ist nicht vorgeschrieben, wird aber stark empfohlen und reduziert auch die Wasserrechnung erkennbar.
Nahwärme im Neubaugebiet ist bereits verlegt und versorgt auch Schule, Rathaus und Kindergarten. Ein Blockheizkraftwerk befindet sich dafür im Keller der Schule. 

Fußgängerkomfort und Sicherheit im Straßenverkehr begründet Ortsvorsteher Dietz folgendermaßen: „Das Baugebiet ist für die Menschen, nicht fürs Auto“. Daher gilt Schrittgeschwindigkeit auf den Straßen, und nur wenige Parkplätze liegen auf öffentlichen Flächen. Stattdessen sind Parkflächen fast ausschließlich auf den Grundstücken angesiedelt, zum Großteil in Tiefgaragen. So können Kinder auf der Straße spielen und Menschen können sich auf den zahlreichen Bänken um die Bäume sammeln.

Die Gemeinde hat eigene Glasfaser verlegt, einen Meter weit in jedes Grundstück. Damit können auch alternative Arbeitsformen wie Home-Office flexibel genutzt werden.
Herr Dietz wünscht sich, dass es seitens des Bundes stärkere Vorgaben gegen trostlose Schottergärten gibt. Auch beim Gespräch über mehr Photovoltaik war man sich einig, dass der Bund mehr regeln muss, damit irgendwann auf jedem Dach eine Solaranlage ist.

Sara Haug freut sich über das Neubaugebiet: „Hier wird nicht einfach gebaut, sondern alle Beteiligten überlegen sich vorher genau, welche Kriterien das Neubaugebiet erfüllen soll. Es wurde auf schnelles Internet und auf höchste ökologische Kriterien geachtet.“ Gemeinderat Philipp Jourdan berichtet: „Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinderat und Verwaltung hat richtig gut geklappt. Hier konnten Ideen entwickelt werden, und alle haben an einem Strang gezogen“. In Neuhengstett gibt es 200 unbebaute Grundstücke auf 10 Hektar Fläche – viel Raum für modernes, ökologisches Bauen.

Bericht: Sara Haug
 

 

Sara in Loßburg

Schulwald

Zu Besuch im Schulwald in Loßburg

 

Sara Haug, Bundestagskandidatin der Grünen der Wahlkreise Freudenstadt und Calw, war am Mittwoch, den 9.6., zu Besuch in Loßburg, um sich den Schulwald, inklusive neuen Waldkindergarten anschauen und mit Förster Martin Schmalz, stellvertretendem Schulleiter Philipp Mast und Bürgermeister Christoph Enderle auszutauschen.

Sara Haug, die für den Wahlkreis Freudenstadt antritt, wird in der nächsten Zeit die Gemeinden und Städte des Kreises besuchen, um die Schwerpunkte hiesiger Problemfelder zu betrachten. Ihr Interesse gilt aber nicht nur den Defiziten, sondern auch erfolgreich umgesetzten Projekten, gerade was Umweltschutz und Klimathematik und aktuelle soziale Fragestellungen anbelangt.

Dabei besitzt der Wald eine herausragende Rolle, sowohl für die CO2-Umwandlung, aber auch ganz allgemein für das regionale und überregionale Klima. Die Waldbesitzer, der Staat, die Gemeinden und die Privatwaldbesitzer sind dabei für die Qualität und den Umgang mit dem Wald von entscheidender Bedeutung.

Der Schulwald in Loßburg stellt da ein in ganz Deutschland einmaliges Projekt dar. Nicht nur kann es aufzeigen, was in einer Region durch Zusammenarbeit von Forst, Gemeinde und Schule alles möglich ist und umgesetzt werden kann, wenn alle Beteiligten ein wenig über den Tellerrand hinausschauen. Auch entwickelt er Vorbildcharakter für das ganze Land, wenn man nach Projekten Ausschau hält, die die ökologische und soziale Rolle des Waldes hervorheben. Der Wald ist nicht nur Sauerstoff- und Holzproduzent, sondern auch Wertevermittler und psychosozialer Raum, von großer Bedeutung nicht nur für den Tourismus, sondern vor allem auch für die einheimische Bevölkerung.

Nach dem Prinzip der Gemeinde, „immer kleine Schritte“, erklärte Bürgermeister Christoph Enderle, wurde schon 2004 mit ersten schulpädagogischen Versuchen begonnen, was zunächst mal nicht neu war. Es gab schon immer Lehrkräfte, für die es selbstverständlich war, den Unterricht, wo immer es ging, nach draußen zu verlegen.

2011 gab es dann den offiziellen Startschuss, Unterrichträume im Wald zu schaffen. Das war nur möglich mit intensiver Zusammenarbeit, so Gemeindeförster Martin Schmalz, von Forst, Bauhof, Gemeindeverwaltung, Schulleitung und Lehrkräften. Es entstanden mehrere „Klassenzimmer“, als Holzblockhaus oder auch als Freiluft-Amphitheater, sowie kleine Unterschlüpfe für die ebenfalls beteiligten Kindergartenkinder. 2018 wurden viele Stationen durch ein von Schülern getragenes Projekt erneuert und durch einen Schulgarten ergänzt.

Und jetzt, seit Mai 2021, gibt es ein eigenes Waldstück und einen Bauwagen für den neu gegründeten Waldkindergarten, dessen erste Gruppe auch ohne Werbung schon voll ist.

Sara Haug war begeistert von dieser Form der Waldnutzung, einschließlich der im naturnahen Waldbau umgesetzten Waldbewirtschaftung. Diese beinhaltet, dass der Holzerlös, so ein Gemeinderatsbeschluss, dem Schulwald zugutekommt.

Als Naturwissenschaftlerin, die gerade an ihrer Masterarbeit in Physik arbeitet, war sie aber auch dankbar für die detailreichen Erklärungen von Martin Schmalz, was Bodengesundheit und pflegsame Waldbewirtschaftung anbelangt, aber auch von Konrektor Philipp Mast über die Auswirkungen des Schulwaldes auf Lernklima und Naturerfahrung bei den Schülerinnen und Schülern.

Sie versprach den Kontakt zur Gemeinde zu halten, nicht nur nach einem positiven Wahlergebnis. Sie nahm gerne die Bitte von Bürgermeister Christoph Enderle mit, das Interesse der Gemeinde an der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans in Auge zu behalten.

Bericht: Sara Haug

 

Sara auf dem Kniebis

Waldklimagespräch

Waldklimagespräch – Sara Haug besucht den Kniebis

Eingeladen hatte die Bundestagskandidatin der Grünen, Sara Haug, und ein Dutzend waren gekommen, um sich vom Urgestein Walter Trefz „seinen Wald“ nahebringen zu lassen. Und wer Walter Trefz kennt, der weiß, dass er keine Vorträge hält, sondern seine Zuhörerschaft auf seine eigene treffliche Art miteinbezieht und aufruft, mit allen Sinnen wahrzunehmen und Eindrücke, Einfälle und Assoziationen mitzuteilen. Es braucht keine langen Wege und atemberaubenden Ausblicke, an kleinen Alltagsorten kann Walter Trefz anschaulich die großen Zusammenhänge von Klima, Wald und Mensch aufzeigen.

So verzichtete man auf die Spazierrunde zur Aussichtsplattform Ellbachseeblick, da die dortige Natur Schonraum braucht, und verblieb auf den Wegen um den Kohlwaldparkplatz. Die dortigen Waldränder, die Wiese, die Wälder ergaben so viel Gesprächsstoff, dass die geplante Stunde nicht ausreichte. Einig waren sich alle, dass der Wald mit seinen vielfältigen Nutzungsaspekten wie Erholung, Freizeit, Wirtschaftlichkeit, Ertragssicherung gesund bleiben bzw. werden muss. Auch die Stressfaktoren sind unstrittig. Neben naturkundlichen Fakten (Zeigerpflanzen, Auswirkungen von Extremwetter wie Sturm oder Trockenheit, Mehrgenerationenaspekte im Wald) war Zeit für Austausch. Die Diskussionen drehten sich um Holzexporte ins Ausland und aktuellen Holzmangel hier. Brauchen wir klimastabile Baumarten oder können unsere einheimischen Bäume sich anpassen, wenn wir sie dabei unterstützen? Ist unsere Waldbewirtschaftung mit großen Erntemaschinen und wenigen Menschen, Rückegassen und Bodenverdichtung überall notwendig? Verträgt es unser Kulturwald, wenn 10 % aus der Nutzung genommen werden und zu Urwald werden? Könnten nicht Waldbauern, die naturnah wirtschaften, eine Art CO2-Prämie erhalten, wie umgekehrt CO2-Ausstoß bepreist wird? Antworten wurden nicht vorgegeben, jeder und jede muss sich eine eigene Meinung bilden.

Die Möglichkeit, mit der Bundestagskandidatin ins persönliche Gespräch zu kommen, wurde eifrig genutzt. Für Sara Haug gab es viele Anregungen und Aufträge für ihre politische Arbeit, u.a. dass es nicht darum gehen kann, alles auszudiskutieren, sondern dass schnelle Umsetzungen gefragt sind. Wir müssen jetzt reagieren und wenn notwendig korrigieren. Sie bedankte sich herzlich bei Walter Trefz für diese besondere „Lernstunde“ und bei allen für die offenen und wertvollen Gespräche und nutzte die Mittagspause für einen privaten Besuch der einzigartigen Aussichtsplattform mit Ellbachseeblick.

Bericht: Sara Haug

 

Sara in Unterreichenbach und Schömberg

Thema: Ausbau der B463 und Windkraft in Schömberg

Auftakt der Grünen Wahlkreistour von Sara Haug

 

Die grüne Bundestagskandidatin für Calw und Freudenstadt Sara Haug hat am vergangenen Freitag ihre Wahlkreistour eingeleitet.

Erster Stopp war ein Besuch in Unterreichenbach, wo sie sich mit Bürgermeister Carsten Lachenauer und Grünen-Gemeinderatsmitglied Karl-Heinz Kortus traf.

Das Gespräch drehte sich unter anderem um ein Streitthema im Kreis: den geplanten dreispurigen Ausbau der B463. Der Ausbau „belastet die Umwelt, schafft Gefahrenpunkte und nimmt Rettungswege weg“, kritisierte Bürgermeister Lachenauer. Auch die grüne Kandidatin Sara Haug kann nur den Kopf schütteln: „Der Gemeinderat Bad Liebenzell ist mehrheitlich, der Gemeinderat Unterreichenbach sogar einstimmig gegen den dreispurigen Ausbau der B463. Solche Verkehrsprojekte sollten nicht vom Bundesverkehrsministerium über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger vor Ort hinweg entschieden werden.“

Nachmittags traf sich die 25-jährige Bewerberin auf ein Bundestagsmandat mit Christina Keppler, Günter Höfeld und Helmut Andrä, Mitgliedern der Bürgerinitiative PRO Windkraft Schömberg. Begleitet wurde sie von Albrecht Martin, einem Mitglied des Arbeitskreises „Energie und Klima“ der Grünen Calw und Laurin Weiß, einem Grünen Mitglied aus Schömberg.

Gemeinsam besuchten sie die alte Windkraftanlage im Schömberger Ortsteil Langenbrand, die nach fast 21 Jahren Laufzeit zurückgebaut wird. Ersatz ist jedoch vorgesehen: Die Firma BayWa r.e. Wind GmbH will hier im Bereich Langenbrander Höhe/Hirschgarten sieben neue Windkraftanlagen bauen. Der Gemeinderat hat nach jahrelanger zögernder Debatte der Planung vor kurzem zugestimmt.

Die Bürgerinitiative bemängelt allerdings, dass eine achte Windkraftanlage (WEA 1) nicht mehr in die Planung einbezogen ist, obwohl diese den größten Stromertrag erbringt. Die BI setzt sich dafür ein, dass dies noch im laufenden Verfahren geändert wird.

Für die junge Kandidatin ist das Thema Erneuerbare Energien ein Herzensthema: als Physikerin beschäftigt sie sich in ihrer Masterarbeit mit organischen Solarzellenmaterialien. Sie weiß, dass die Energiewende nur funktionieren kann, wenn alle regenerativen Energieträger genutzt werden. Dazu gehört auch der Ausbau der Windkraft im Ländle.

Zufrieden mit den interessanten Gesprächen beendet Sara Haug den Tag in ihrem Wahlkreis. Bei weiteren Vor-Ort-Terminen will die Grüne in den nächsten Wochen ihren Wahlkreis kennenlernen und sich vorstellen. Am 9.4. war der zweite Termin auf dem Kniebis in Freudenstadt, wo sie sich mit Walter Trefz, der Träger des Bundesverdienstkreuzes ist, getroffen hat.

Bericht: Sara Haug

 

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